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MoX Soundcheck21.10.2026











Texte: Horst E. Wegener


Margo Mann: LOVE IS A DOG (VÖ: 1610.)
Bemerkenswert viele Musiker drängt es mittlerweile vom fernen Australien aus auf die Bühnen in aller Welt – so wie Margo Mann. Die aus Melbourne stammende Singer-Songwriterin liefert mit „Love is a Dog“ ein Erstlingswerk ab, das musikalisch zwischen Indie-Rock und Mainstream-Pop verortet werden kann und mit Texten aufwartet, die komplexe Beziehungsproblematiken sezieren. Im Song „The Worth of it“ plädiert die Down-under-Rockröhre beispielsweise dafür, am Partner selbst dann festzuhalten, wenn die Liebe unter Druck gerät. So leidenschaftlich die Mann diese These vertritt, so sehr ging es ihr schon im Vorfeld der anstehenden Produktion darum, die richtige Atmosphäre fürs Einspielen der insgesamt elf Songs zu gewährleisten. Folgerichtig wurde das Sparkonto geplündert und das Auto verkauft, um hernach Flugtickets für sich und die Band zu erstehen. Am Ziel in Frankreich tüftelte man dann zwei Wochen lang am Debütalbum; das Ergebnis: gelungen!  


Cosmic Mints: NEAR MINT (VÖ: 21.10.)
Wer sich auf Schallplattenbörsen umsieht, weiß, dass der Begriff „near mint“ kaum gespielt, ohne Kratzer bedeutet. Auf die Freiburger Psychedelic-Rocker gemünzt, könnten wir es als Hinweis für deren Zähigkeit nehmen, da Cosmic Mints hiermit zwar erst ihren zweiten Longplayer herausbringen, gleichwohl schon seit zehn Jahren miteinander aktiv sind. Widerstandskraft und Sturheit waren vom Gründungsdatum an von Nöten – verständlich angesichts des Pechs, im Nachklapp auf die mit guten Kritiken bedachte Debüt-EP von 2018 mit dem Album-Erstling ins sich aufbauende Pandemie-Jahr 2020 durchstarten zu müssen. Was nichts anderes hieß als: Keine Live-Shows, misslungene Streaming-Sessions und denkbar wenige PR-Möglichkeiten. Schwamm drüber: Die acht Songs des Zweitlings punkten mit einem souveränen Mix aus Soul, Psychedelic-. Prog- und Bluesrock, dem wir die Verehrung der Cosmic Mints für die 1960er- und -70er-Jahre anhören, ohne dass die Jungs im Retro-Modus stecken bleiben. Paradebeispiel „Zatanez“ – Chapeau!


Kammerjazz Kollektiv: WELL-TEMPERED & GOOD-HUMOURED (VÖ: 23.10.)
Zu Lebzeiten der swinging-Bach-Koryphäen Jacques Lousier oder Eugen Cicero mokierten sich sowohl Klassik- als auch Jazz-Liebhaber gern über die in ihren Augen indiskutablen Geschmacksverirrungen dieser Crossover-Größen. Heutzutage gibt sich das Publikum in diesem Punkt gottlob lockerer – weshalb es das in Berlin beheimatete Kammerjazz Kollektiv erheblich leichter hat, zwischen Jazz, Klassik und lateinamerikanischen Rhythmen pendeln zu können. Mit ihrem neuen Album verbeugen sich die vier Seelenverwandten gekonnt vor den Kompositionen des Johann Sebastian Bach. Man begegnet dessen zeitlosen Klassikern mit jazziger Improvisationskunst und lateinamerikanischem Groove, swingt sich spielfreudig durch Präludien und Fugen, bevor die „Well-tempered & good-humored“- Produktion in die eigens erdachte Zugabe „Ingrids Tango“ einmündet. Mitreißend.


In Extremo: TRANQUILO II (VÖ: 23.10.)
Seit ihrer Gründung anno 1995 in Berlin taugen In Extremo als Vorzeige-Beispiel dafür, wie sich der Mittelalter-Rock erfolgreich aus einer Nische auf die ganz großen Bühnen verlagern lässt. Da werden nicht nur musikalische Grenzen gern mal überschritten, bisweilen schaltet die Truppe sogar von elektrifizierten zu akustischen Klängen um - sehr zur Freude der Fans. Denen dürfte es gefallen, dass sich In Extremo gut sechzehn Jahre nach ihrem Akustik-Longplayer „Tranquilo“ jetzt abermals Klassiker ihres Repertoires zur Brust nehmen, die man neu arrangiert oder gar grundlegend umbaut, um sie mit Gaststars wie Doro Pesch oder Feine Sahne Fischfilet-Frontmann Monchi zu einem Akustik-Trip durch mehr als drei Jahrzehnte Bandgeschichte zu verdichten. Als Zugabe gibt´s den brandneuen Song „Heute wird der Himmel brennen“; schon recht!


Heather Nova: THE ORCHARD (VÖ: 30.10.)
Seit ihrem Debüt mit der EP “Blow“ und dem Erstlings-Longplayer „Glow Stars“ von 1993 hat Heather Nova ununterbrochen Songs geschrieben, Alben aufgenommen und Tourneen absolviert. Dass sie dem kommerziellen Erfolg ihres Chartrenners „Walk this World“ nichts vergleichbar Kassenträchtiges hinterherschieben konnte, war der Singer-Songwriterin mit der glockenhellen Stimme sichtlich schnurz. Immerhin wuchs ihre Fanbase beständig. Der altbekannt furios poetische Mix aus Folk, Rock Songwriting und Mainstream-Pop prägt auch „The Orchard“, das vierzehnte Studioalbum der US-Amerikanerin. Klangsatt.

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