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MoX Soundcheck KW1401.04.2026











Texte: Horst E. Wegener


Heather Nova: LIVE IN EUROPE (VÖ: 27.3.)
Eine Kindheit, wie sie die 1967 auf den Bermudas geborene Heather Allison Frith erleben durfte, hätten wohl auch viele Möchtegern-Weltenbummler gerne gehabt. Ende der 1960er-Jahre hängte der Vater der kleinen Heather seinen Architektenberuf an den Nagel, um fortan mit der Familie durch die Karibik zu schippern.  Älter werdend tauschte das vielseitig begabte Töchterchen ihren Heute-hier, morgen-dort-Alltag auf dem Meer dann aber doch gegen den Highschool-Alltag in den USA ein, absolvierte ein Kunststudium mit Schwerpunkt Malerei und Film, ,  In England brachte Heather 1990 ihre erste Single heraus und lernte ´93 den bestens vernetzten Killing Joke-Bassist Youth kennen. Wobei ab dem Zeitpunkt, an dem die sich mittlerweile Heather Nova nennende Bardin ihre Pop-Ballade „Walk this World“ im Radio platzieren konnte, ihre Bekanntheit international gesichert war. Nachdem die Singer-Songwriterin mit der glockenhellen Stimme anlässlich ihres letzten Studioalbums „Breath and Air“ im vergangenen Jahr mit Mini-Besetzung auf Tour gegangen war und man einige Konzerte live mitgeschnitten hatte, liegt das Ergebnis nun vor. Weltschmerz-Folkpop mit Anspruch, von einer Frau, die sich niemals unterkriegen lässt: zum Niederknien!


Corvus Corax: IN ECCLESIA - LIVE (VÖ: 2.4.)
Den Freunden mittelalterlicher Kulturspektakel sind Corvus Corax seit langem ein Begriff. Seit Jahrzehnten nun schon kommt keines der namhaften Burg- oder Mittelalterfeste ohne das musikalische Mittun der 1989 von zwei Ostdeutschen gegründeten Truppe aus. Mit zum Erfolg trägt natürlich bei, dass die Könige der Spielleute ihre auf historisch anmutenden Instrumenten dargebotenen Melodien auch auf harte Metal-Sounds ausweiten, sich für Elektronik-Beats interessieren, Carl Orffs Carmina Burana oder Choräle im Repertoire haben. Und die einzigartige Akustik, die in Gotteshäusern vorherrscht, veranlasst das in Berlin ansässige Ensemble immer mal wieder zu Auftritten speziell in Kirchen – wie schön, dass man die Vorjahrestournee durch diese ganz besonderen Locations mitschneiden konnte und jetzt als Album veröffentlicht. Gelungen.


Philine Sonny: VIRGIN LAKE (VÖ: 3.4.)
Philine Sonny ist in Unna im Ruhrpott aufgewachsen – und hat bereits mit elf ihr Interesse am Musikmachen entdeckt. Es folgte das Mittun in Schülerbands; parallel dazu begann Philine zu singen und erste eigene Songs zu schreiben. Ans Abi schloss sich ein Musikstudium in Osnabrück an. Und seither feilt die Multiinstrumentalistin an einem möglichst unverwechselbaren Sound aus Singer-Songwriter-Folkrock und Bedroom-Pop, entstand eine Debüt-Single sowie eine -EP, gefolgt von Festival-Gigs nebst der Zuerkennung des Pop-NRW-Awards als „Outstanding Artist“ anno 2023.  Inspiriert von Benedict Wells Roman „Hard Land“ lädt Philines „Virgin Lake“ zu einem Coming-of-Age-Trip ein, der die Turbulenzen des Erwachsenwerdens widerspiegelt, um schlussendlich einen Lichtblick in Richtung Seelenheil aufzuzeigen. Herzerwärmend.


Nightmares on Wax vs. Adrian Sherwood: IN A SPACE OUTTA SOUND (VÖ: 3.4.)
Mit Produktionen der DJ-Ikone George Evelyn kann man wenig falsch machen. Und vor allem dank seiner Nightmares-Alben stellt der Mitbegründer des Downtempo-Sounds immer wieder unter Beweis, dass er noch nie zwischen Bestandsverwaltung und Routineaufgaben versackt ist. Nachdem ihm Mitte der 1990er-Jahre mit „Smokers Delight“ ein Klassiker in Sachen bekiffter Downtempo-Sounds gelungen war, glückte dies dem Briten erneut mit „In a Space…“, jener Hymne an die Reggaekultur. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums dieses Vorzeige-Albums wurden die Original-Bänder jetzt vom Dub-Maestro Adrian Sherwood einer Frischzellenkur unterzogen, die jamaikanischen Rhythmen mit Hip-Hop, Soul und Jazz neu abgemischt und die Samples in mitreißend modifizierte Ohrwurm-Hooks verwandelt. Cool.


Arlo Parks: AMBIGUOUS DESIRE (VÖ: 3.4.)
Mit dem Namen Anais Oluwatoyin Estelle Marinho ist eine Karriere im Kulturbereich kaum vorstellbar. Und obwohl sich das anno 2000 im Londoner multikulti-Stadtteil Hammersmith geborene Sonnenscheinchen mit afrikanischen und französischen Wurzeln bereits als Siebenjährige Kurzgeschichten ausdachte, um sich später dann für Gedichte von Sylvia Plath zu interessieren, testete Anais mit 18 obendrein ihre musikalischen Möglichkeiten aus, indem sie Tracks bei der Nachwuchsplattform der BBC hochlud. Der Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten, brachte ihr den Künstlernamen Arlo Parks ein – und adelte die versierte Geschichtenerzählerin mit dem Gespür für Melodien im Handumdrehen zur Gefühlschronistin der Gen Z. Wer sich Arlos Debütalbum „Ambiguous Desire“ anhört, ahnt, wieso das stimmt.

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