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MoX Soundcheck KW1218.03.2026
Texte: Horst E. Wegener
Soft Machine: THIRTEEN (VÖ: 13.3.)
Dass Soft Machine noch existieren grenzt an ein Wunder. Denn mit ihrem sperrigen Stilmix aus improvisiertem Rock, Free Jazz, Psychedelic und Avantgarde-Sounds forderte die 1966 vom britischen Gitarristen Daevid Allen gegründete Formation die Hörgewohnheiten des Publikums beständig heraus. In den Anfangsjahren galt man schnell als Wahnsinns-Live-Band, die sich die Bühne mit Syd Barretts Pink Floyd oder der Jimi Hendrix Experience teilte. Gleichwohl gerieten die Tracks mit jedem ihrer Studioalben komplexer, wechselte die Besetzung fortwährend, dauerte es immer länger, bis das nächste Soft Machine-Kapitel spruchreif war. Auf „Thirteen” schaltet die gewohnt experimentierfreudig delirierende Truppe, die sich nach wie vor in kein Genre pressen lässt, jetzt chamäleonesk hin und her zwischen progressivem Jazzrock, atmosphärischen Psychedelic-Sounds, freien Improvisationen und meditativen ambient-loop-Klängen. Müßig, es abzustreiten, dass uns hier eine Band begegnet, die definitiv in ihrer eigenen Liga musiziert – letzteres sehr zur Freude ihrer treuen Fangemeinde in aller Welt.
Chris Norman: LIFELINES (VÖ: 13.3.)
“Midnight Lady”, geschrieben vom Pop-Dominator Dieter Bohlen, gesungen vom vormaligen Smokie-Frontmann Chris Norman, ging als „Tatort“-Song 1986 deutschlandweit steil. Und vielen Älteren unter den Softpoprock-affinen Musikliebhabern würden mit Sicherheit weitere Hits des britischen Gesangs-Urgesteins mit der unverkennbaren Reibeisenstimme einfallen - von „Stumblin´ In“, Normans balladesker Schmusepop-Klassiker mit Duo-Partnerin Suzie Quatro hin zu „Living next Door to Alice“. Nachdem sein „Junction 55“-Album vor zwei Jahren gut 55 Jahre eines professionellen Musikers on stage Revue passieren ließ, schiebt man jetzt im Nachklapp zu Normans 75. Geburtstag eine Erinnerungsreise durch dessen Karriere hinterher. So gesehen entpuppt sich „Lifelines“ als eine Art musikalische Autobiografie, bei der jeder Song eine Station im Leben des Poprock-Urgesteins resümiert. Alsdann: Gerne weiter so!
Malummi: DAMAGED BY THEIR SILENCE (VÖ: 20.3.)
Los ging es damit, dass der Italo-Schweizer Giovanni Vicari in seinem Schlafzimmer gemeinsam mit Sängerin Larissa Rapold an einer Demoversion des Songs „Crossroads“ feilte – und kaum waren die beiden Wahl-Basler es zufrieden, gründeten sie 2018 zusammen mit dem damaligen Drummer Alon Ben das Trio Malummi. Drei Jahre später kam „Blood“ heraus: Ein intimes Debütalbum, das Indie, Electronica und Folk mit Texten verbindet, denen man lyrischen Tiefgang attestieren konnte. Die Umbesetzung des Schlagzeugers im Vorfeld des zweiten Longplayers bescherte Malummi eine Neuorientierung hin zu Alternative-Rock. Und auf dem dritten Streich, „Damaged by their Silence“, erforschen Rapolds Texte erneut die Komplexität von Beziehungen – zu sich selbst, zu anderen und zur Gesellschaft. Was mitnichten bedeutet, dass sich die Songs einem ungewohnt tanzbaren Ergebnis versperren würden. Sie schweben; Hallelujah!
Flo Naegeli: LUSH LIFE (VÖ: 20.3.)
Das Musikmachen war Flo Naegeli von klein auf so wichtig, dass selbst ein dämlicher Fahrradunfall, bei dem sich der aus dem Bayrischen Wald stammende Bub beide Unterarme brach, allenfalls bedeuten konnte, vom Akkordeon auf die E-Gitarre umzusatteln. Fortan inspirierten den 14-Jährigen Prince und Jimi Hendrix, mündete die Leidenschaft des disziplinierten Autodidakten in ein Musikstudium in Regensburg und Dresden ein. Mittlerweile versteht sich der Wahl-Dresdner bestens darauf, mit Produktionstools wie Logic seine multiinstrumental erarbeiteten Orchestrierungen im Alleingang zu Tracks zu verdichten, die man zwischen Soul, Funk und Indie verorten kann. Wow - da capo!
Yeast Machine: BAD MILK (VÖ: 20.3.)
Auf der Suche nach einer halbwegs bezahlbaren Unterkunft im Uni-Städtchen Tübingen entdeckten die beiden Gitarre spielenden Brüder Fabian und Tobias Köninger gemeinsam mit Sänger Benjamin Frenzel ein Haus, in dem sich dann auch noch Wohnraum für Jonas Bischof am Schlagzeug und Bassist Marcel Gundlach fand. In Zeiten der heraufziehenden Corona-Pandemie sollte sich das Zusammenwohnen unter einem Dach als ausgesprochen segensreich für die somit jederzeit unproblematisch machbaren Jam-Sessions der fünf Musik-Nerds erweisen. Das intensive Proben und Feilen an eigener Mucke zahlte sich aus, als Konzerte vor Publikum live wieder möglich wurden. Inspiriert vom Seattle-Grunge der 90er und dem Stoner-Rock der 2000er fokussiert sich die Fünfertruppe zusehends mehr auf furios melodiöse Crossover-Kracher. Wen das nicht zum mit dem Fuß wippen oder Headbangen animiert, der sollte beim Hausarzt vorbeischauen.
















