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Tonträger aller Art
MoX Soundcheck KW0504.02.2026
Texte: Horst E. Wegener
Dirty Sound Magnet: ME AND MY SHADOW (VÖ: 30.1.)
Worauf die Psychedelic-Rockcombo Dirty Sound Magnet aus dem Schweizer Örtchen Fribourg von ihrer Gründungsphase an gesteigert Wert legte: Dass man sich ab 2008 nicht einfach auf die geliebten Idole konzentriert, um deren greatest Hits nur bestmöglich nachzuspielen! Stattdessen machten die Fans von Led Zeppelin, Black Sabbath und The Doors aus ihrer Vorliebe zwar kein Geheimnis, entwickelten die Blues-, Prog- und Psychedelic-Klassiker der 1960er und -70er-Jahre allerdings mit eigenen musikalischen Einfällen stets weiter. Auch auf dem anstehenden vierten Studioalbum „Me and my Shadow“ paart sich instrumentelles Können mit poetisch-analytischen Reflexionen über die Irrwege der heutigen Gesellschaft, kredenzt einem das Trio Retro-Rock mit Blues, Funk und World Music.
Melle: BEFORE I LOSE IT (VÖ: 30.1.)
Melle Boddaert, 2000 im niederländischen Städtchen Leiden geboren, entpuppte sich schnell als musikalisches Wunderkind, das sich als fünfjähriger Steppke eigenständig das Ukulele-Spielen beibrachte, um bald darauf Songs der Beatles zu covern und dann mit elf Jahren den ersten Liveauftritt in der Schule zu absolvieren. Nach Beendigung des Gymnasiums studierte Melle ab 2017 am Harlemer Konservatorium, produzierte er anno ´20 seine erste EP – und geht seither karrieremäßig steil! Sein Indie-Pop klingt nahbar, entwickelt Ohrwurm-Qualitäten, greift zudem Themen auf, wie etwa die Suche nach Identität oder problematische Fernbeziehungen, die der Generation des niederländischen Multiinstrumentalisten nachvollziehbar unter den Nägeln brennen.
Dari: BETTER LOVE (VÖ: 6.2.)
Dari, der im wahren Leben Darius Zander heißt, wurde 1984 in Köln geboren und wuchs als Einzelkind in einer Künstlerfamilie auf. Obwohl er sich schon sehr früh für Musik begeisterte, begann Dari nach dem erfolgreich absolvierten Abitur zunächst ein duales Studium als künftiger Fitness-Ökonom an der Hochschule für Gesundheitsmanagement in seiner Heimatstadt, um dann sogar bei Fortuna Köln als Profikicker anzuheuern. Parallel dazu hielt er seiner Vorliebe fürs Singen und Komponieren jedoch ebenfalls die Treue und entschied sich irgendwann komplett für eine Karriere im Musiker-Business. Spätestens aufgrund seiner Teilnahme an der sechsten Staffel von „The Voice of Germany“ wusste Dari dann ab 2016 eine riesige Fangemeinde hinter sich, die seiner sofort wiedererkennbaren Stimme stetig applaudierte. Den seither eingeschlagenen Trip durch teils drogenbedingte Höhen und Tiefen reflektiert der Rekonvaleszent, gefestigt durchs neue familiäre Glück jetzt auf „Better Love“ mit souligem Pop, Hip-Hop, R´n´B-Groove und mutmachenden Texten.
A.S. Fanning: TAKE ME BACK TO NOWHERE (VÖ: 6.2.)
Der Ire, der nach eigenem Bekunden „nie etwas Vernünftiges gelernt“ hat, aber bereits mit 12 Jahren sein erstes Konzert in einem Pub außerhalb von Dublin absolvierte und als Sechzehnjähriger mit eigener Band tourte, übersiedelte 2011 nach Berlin. Die Stadt entpuppte sich als der perfekte Ort für jemanden, dessen Gesangsstimme uns an Nick Cave oder Leonard Cohen erinnert, dessen Texte das Chaos der Gegenwart rasiermesserscharf sezieren – und albtraumschönes Unbehagen in poetisch düstere Klanglandschaften verwandeln. Folk trifft auf Post-Wave und Psychedelic, der Titel von A.S. Fannings drittem Berliner Studioalbum symbolisiert Flucht und Sehnsucht zugleich, versöhnt bestechend unromantisch krasse Gegensätze.
Youn Sun Nah: LOST PIECES (VÖ: 6.2.)
Das 1969 als Tochter eines Dirigenten und einer Sängerin in Seoul geborene Wunderkind verschrieb sich früh dem Jazz. Übersiedelte ´95 nach Paris, um sich an der legendären CIM mit ihren überlebensgroßen Vorbildern wie Nina Simone oder Edith Piaf zu beschäftigen. Daneben tauchte Youn Sun Nah in die quicklebendige französische Jazzer-Szene ein, tourte international, sang sowohl beim G 20-Gipfel in Seoul als auch bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi, sammelte Preise – und brilliert jetzt auf ihrem dreizehnten Longplayer mit einer crossover-coolen Mischung aus Indie-Pop, Folk, Jazz. Genresprengend experimentierfreudig!
















