LzOLzO
OLDENBURG
Samstag

18

April

Foto:
Oldenburger Kultursommer

Hier geht es zu den aktuellen Ausgaben

Suche:

direkte Antwort ohne Umwege!

Kleinanzeigen

Buch-Tipps

„Kölner Kreuzigung“ von Stefan Keller13.08.2025



[font=Univers]Interview: Thea Drexhage[/font][font=Univers] [/font]
Foto: Daniel Schmidt / Universität Oldenburg


[font=Bembo]Im ersten Band geht es um einen Mörder oder eine Mörderin, die im Kölner Gebiet unterwegs ist und Menschen kreuzigt, und zwar so, dass diese immer auf den Kölner Dom blicken. Das wirft viele Fragen auf. Was ist der religiöse Bezug? Was hat es mit dem Dom an sich zu tun? Steckt eine psychische Erkrankung dahinter? Eines Tages trifft es dann auch Sandmanns Chef, Gunther Brock und es wird klar, dass die Morde mit einer ihrer vorherigen Ermittlungen zu tun haben. Man braucht am Anfang ein bisschen, um mit dem Privatdetektiv warm zu werden, doch irgendwann entwickelt er einen sehr komplexen Charakter, zudem treten noch viele Nebenfiguren in Erscheinung. Die Dialoge von Sandmann sind immer kurz und knapp, es wird nicht viel geteilt, was die Figur schwer einschätzen lässt. Das wird für die Lesenden irgendwann sehr spannend. Man hat das Gefühl, man lernt ihn erst durch die Handlung kennen. Bei anderen Romanen hat man ja die Hauptfiguren direkt bildlich im Kopf. Das ist hier nicht so.[/font][font=Bembo] [/font]
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Prof. Dr. Mandy Roheger: Ich mag das Lokalkolorit. Köln wird einfach sehr schön beschrieben. In einem der Bände geht es auch um den Kölner Karneval, es wird also viel Kultur aufgegriffen. Ich fand die Fälle auch sehr ungewöhnlich, denn wenn man viele Krimis liest, dann wiederholt sich irgendwann auch alles ein bisschen. Hier habe ich immer mal wieder solche Überraschungsmomente erlebt, gerade gegen Ende. Ich fand die Geschichten sehr realitätstreu erzählt, ich bin ja selbst Psychologin. Was ich gar nicht haben kann, ist, wenn am Ende immer so ein pseudopsychologisches Motiv aus dem Hut gezaubert wird, das gar keinen Sinn macht. Das ist hier nicht so. Alles ist stimmig.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Prof. Dr. Mandy Roheger: Ich glaube, wenn man generell Krimis mag, die etwas brutaler sind aber nicht nur blutig, dann ist man hier gut bedient. Es ist kein „Nur-Tee-Trinken“-Agatha Christie Roman, aber auch nicht das Blutigste, was man lesen kann. So nebenbei für eine Sommerlektüre oder für Menschen, die ein bisschen aus der Gegend kommen, ist das gut geeignet. Es ist auch ein schöner Kontrast zu den Nord- und Ostsee Romanen.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Prof. Dr. Mandy Roheger: Ich bin auf die Bücher aufmerksam geworden, weil ich einen Schreibkurs bei Stefan Keller hatte und dann natürlich herausfinden wollte, was er so macht. Ich lese Bücher generell immer in Papierform. Ich finde E-Reader für die Augen sehr anstrengend. Ich bin ja auch so eine Buchsammlerin und habe die Sachen gern im Regal stehen.
MoX: Was wissen Sie über den Autor?
Prof. Dr. Mandy Roheger: Stefan Keller kommt ursprünglich aus Aachen, hat dann lang in Köln gewohnt und gab dort an der Uni auch Schreibseminare, daher kannte ich ihn. Mittlerweile lebt er in Düsseldorf und ist glaube ich sogar beim Rowohlt-Verlag vertreten und somit ein bisschen größer unterwegs.

Sonderseiten
EXB Handwerk
Kostbar