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Zusammen erreicht man mehr01.04.2026
Text: Thea Drexhage
Zum Beispiel bei der Fahrraddemo vom „Bündnis Wald Wasser und Wiesen retten“ am 12.4., die sich gegen den Bau der Fliegerhorststraße richtet. Dabei geht es darum, dass eine Straße vom Fliegerhorst bis zur Ammerländer Heerstraße gebaut werden soll, die vielleicht auf den Stadtplänen ganz gut aussehen würde, aber auch nicht nötig ist. Das größte Problem dabei ist, dass sie durch ein wertvolles Naturgebiet mit vielen Amphibien führen soll. Dieses Gebiet hat der Oldenburger Carlsson Skiba in den letzten Jahren intensiv kennen und schätzen gelernt. Deshalb wird er bei der Demonstration, die bereits zum dritten Mal stattfindet, wieder ganz vorn mit dabei sein. Der Umwelt- und Klimaschutz begleitet ihn nun schon einige Jahre. Seit seinem freiwilligen ökologischen Jahr bei der NaturErkundungs-Station NEST in Wolfsburg hat sich sein Interesse für diese zukunftsweisenden Themen stetig weiterentwickelt, sodass er auch nach dem FÖJ Wege suchte, sich einzusetzen. „In meiner Freizeit habe ich dann auch immer viel von der Fridays For Future Bewegung mitbekommen und den großen Demos. Meine erste große Demo war am Hambacher Forst, zu der Zeit, als dann auch feststand, dass der Forst bleibt. Das war dann eine große Party am Ende“, blickt er zurück.
Solche Erfolge machen das Engagement lohnenswert und zeigen, dass die Zivilbevölkerung viel erreichen kann, wenn sie sich gemeinsam stark macht.
In Oldenburg studierte Skiba Biologie und Physik auf Lehramt und macht derzeit noch einen Master in Marinen Umweltwissenschaften. Bei den Students For Future gehört es zu seinen Aufgaben, die Forderungen der Organisation in die Kommunalpolitik zu bringen. Ein großer Erfolg war dabei, dass sich die Stadt zum Ziel gesetzt hat, bis 2035 klimaneutral zu sein, viel früher, als erwartet. Dafür wurden unter anderem Workshops mit Politik, Verwaltung und Expertinnen veranstaltet. Doch das Versprechen ist das eine, nun gilt es auch zu überprüfen, ob die Stadt ihre Pläne umsetzt. Seinen Antrieb, sich für solche Themen einzusetzen, findet Carlsson Skiba zum einen in der Gemeinschaft und zum anderen in dem Gedanken, dass sich viel mehr Menschen engagieren, wenn es ein paar Leute gibt, die die initiale Planung in die Hand nehmen. So waren bei der letzten Fahrraddemo 1000 Oldenburger*innen am Start. Andere Menschen für Umweltthemen zu begeistern, soll auch nach Beendigung des Studiums zu seinen Aufgaben gehören, ob das nun an der Schule passieren oder sein Weg ihn vielleicht doch in den Naturschutz oder die Umweltbildung führen wird, ist allerdings noch nicht ganz gewiss. Gerade im zweiten Bereich eine Arbeitsstelle zu finden, die nicht auf ehrenamtlicher Tätigkeit basiert, wäre nicht so einfach. Dass es genug Gründe gibt, sich weiter für nachhaltige Themen einzusetzen, steht hingegen außer Frage. „Ich merke auch, dass es bei Fridays For Future jetzt langsam wieder Zuwachs gibt. Viele Menschen aus der ersten Generation haben nun ihre Abschlüsse und widmen sich vielleicht anderen Aufgaben und dann kam auch noch der Bruch durch Corona, aber es scheinen doch wieder mehr zu werden“, so Skiba. Erklären könnte man dies vielleicht mit der neuen Regierung, die viele Klimaschutzbeschlüsse wieder rückgängig macht oder machen möchte, dazu käme zudem die Angst vor dem Rechtsruck. Es sind stellenweise wirklich düstere Aussichten, aber man müsse dringend am Ball bleiben. Um doch einmal den Kopf von all diesen Themen zu durchlüften, sucht der 27-Jährige neben Aktivitäten mit Freunden die Ablenkung vorrangig in der Natur. Ob nun beim Rudern auf der Hunte oder mit der Kamera im Grünen – bei diesen Hobbies zeigt sich erst recht, was es gilt zu schützen und für die nachkommenden Generationen zu bewahren.












