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Weg mit den Tabus18.03.2026
Text und Foto: Thea Drexhage
Der Idee folgte eine Ausbildung zur psychologischen Beraterin und zum systemisch-individual- psychologischen Coach, sowie
verschiedene Weiterbildungen. Heute arbeitet sie selbstständig im Bereich Coaching, sowohl in persona als auch online und betreut sowohl Männer als auch Frauen. Eine Personengruppe sticht allerdings besonders hervor: Frauen in ihrer Lebensmitte, die zwar unterschiedliche Themen mitbringen, aber doch immer irgendwo einen verbindenden Punkt haben. „Zu dieser Zeit
wusste ich selbst nichts über die Wechseljahre, außer der allgemeinen Vorurteile. Da es mich dann auch selbst betraf, entschied ich mich, eine Weiterbildung zur Wechseljahresberaterin zu machen“, so Berges.
Erst dabei erfasste sie den vollen Umfang dieses gesellschaftlich noch immer schambesetzten Themas und entschied sich auch, dem Deutschen Verband für Wechseljahresberatung beizutreten und den Wechseljahren fortan zu mehr Öffentlichkeit zu verhelfen. Und diese ist bitter nötig, denn wie viele frauenmedizinische Themen werden die Wechseljahre kaum im Medizinstudium thematisiert, selbst in der
Gynäkologie. Nun geht sie mit ihrem Wissen in Betriebe um aufzuklären, bietet persönliche Beratungen an und sucht auch den öffentlichen Raum, um in verschiedensten Formaten für das Thema zu sensibilisieren. Dies hat sie bis in den Podcast „Feelings privat“ von Kurt Krömer gebracht, worin gezeigt wird, dass die Wechseljahre durchaus auch ein Männerthema sind. In ihren
Beratungen merkt sie immer wieder, dass es vielen Frauen hilft, wenn sie einfach eine Ansprechpartnerin haben, die ein
offenes Ohr hat. „Die Frauen, die hier in die Beratung kommen, brauchen oft nur einen Termin. Sie möchten über sich erzählen und ihre Probleme eingeordnet haben. Sie wissen dann, mit welchen Punkten sie losgehen müssen, um
sich beispielsweise bei Ärzten weiter zu informieren“, erklärt die Coachin, die selbst keine medizinischen Ratschläge gibt, aber die richtigen Fragen mit auf den Weg geben kann. Denn nach wie vor gilt es für Frauen, bei
Ärzten für sich selbst einstehen zu müssen, denn durch die fehlenden Infos im Studium können viele gesundheitliche Beschwerden oft
nicht den Wechseljahren zugeordnet werden. Eine schöne Beobachtung für Mechthild Berges ist allerdings, dass die neue Generation von Medizinstudent*innen zunehmend gendergerechte Medizin im Studium fordert. In puncto Unternehmensberatung ist es immer die größte Herausforderung die Menschen in Führungs- positionen, oftmals Männer, oder das betriebliche Gesundheitsmanagement, zu überzeugen, diese Thematik im Betrieb aufzugreifen. Für Frauen sei es wichtig, in den Wechseljahren auf sich selbst und den Körper zu hören und
Achtsamkeit walten zu lassen, dies funktioniert aber nur, wenn man im beruflichen und privaten Umfeld auch offen darüber sprechen kann. „Ich habe so viele Ideen, was ich alles für Frauen umsetzen kann, aber es ist eine Sisysphosarbeit, da das Thema so lange vernachlässigt wurde und ich mir alles selbst erarbeiten muss“, so Berges. Während sie sagt, in ihrer Coachingaufgabe ihre Berufung gefunden zu haben, die sich kaum mehr nach Arbeit anfühlt, gibt es gerade bei den Wechseljahren doch immer wieder Herausforderungen.
Um von diesen den Kopf zu befreien, setzt sie auch in ihrer Freizeit auf Achtsamkeit, was bedeutet, ein paar Augenblicke nur für sich zu nehmen. Am liebsten liest sie dann Psychothriller oder schaut Grey’s Anatomy. „Was ich noch mache, um den Kopf frei zu kriegen, ist Krafttraining, wenn auch nicht mit großer Freude“, lacht sie. Dies sei in den Wechseljahren besonders wichtig, denn nun wäre spätestens die Zeit, um Alterserkrankungen vorzu- beugen. Auch Sauna und Aquafitness stehen oben auf der Liste- und dann natürlich noch die Quality-Time mit Freunden und der Familie.












