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Auf die Ape gekommen05.11.2025



Text und Foto: Thea Drexhage

[font=Bembo]Grundsätzlich ein erfüllender Beruf, gerade in Hinblick darauf, für die Schüler*innen einen möglichst guten Unterricht zu gestalten, doch dass das deutsche Schulsystem hier und da ziemlich bröckelt, ist auch kein Geheimnis und so musste vor ein paar Jahren ein Tapetenwechsel her. Dass ausgerechnet die Gastronomie zum neuen Lebensinhalt werden sollte, hat sich spontan ergeben. Gemeinsam mit einem Bekannten wurden erste Schritte in der Branche gemacht, bevor die Entscheidung fiel, dass es in die komplette Selbstständigkeit gehen sollte. Um mobil zu sein und bei Hochzeiten, Firmenevents oder anderen Feiern arbeiten zu können, bieten sich beispielsweise Foodtrucks an, doch Philipp Reichenbach ist der Meinung, dass auch aus kleinen Ideen große Dinge entstehen können. So wurde das Gefährt seiner Wahl die italienische Ape – ein kleines, dreirädriges Fahrzeug mit kleiner Ladefläche, die sich hervorragend als niedliche Bar anbietet. Sie passt durch viele Türen und Tore, lässt sich mit Schirm oder Pavillon auch bei schlechtem Wetter einsetzen und ist hier in Norddeutschland auf jeden Fall ein Hingucker. „Ich hole die Apen in gutem Zustand aus Italien ab, aber vorbereitet ist da noch nichts. Ich setze eine Platte drauf, mache einen Schirm drüber und halte es so einfach wie möglich und passe sie dann mit Kleinigkeiten an das jeweilige Event an – sie sieht immer etwas anders aus.“, erklärt er. Die Bar Filipo wurde geboren, doch die selbstständige Arbeit zu managen und sich nicht so zu übernehmen, dass das Privatleben darunter leidet, musste Reichen-bach erst lernen. Aus der Allein-arbeit ist mittlerweile ein kleines, gut eingespieltes Team geworden und auch das Angebot wandelt sich stetig. Denn eine Sache, die er an seiner Arbeit besonders schätzt, ist das Netzwerken. Gerade auf größeren Firmenevents stößt Philipp Reichenbach häufiger auf Menschen, die ihn noch länger auf seinem Weg begleiten sollten, seien es Winzer oder Kaffeeröster. Dies gibt ihm nicht nur die Möglich-keit, spezielle Getränke in sein Angebot aufzunehmen, sondern auch viel über deren Herkunft zu erfahren. Die neuste Obsession: Kaffee. Den gibt es nun auch frisch vom Siebträger von der Ape. Erprobt hat er dieses neue Konzept unter anderem auf den Wochenmärkten in Eversten und Bloherfelde. Mittlerweile hat Philipp Reichenbach sogar seine eigene Kaffeeröstung mit Hilfe einer Hamburger Rösterei produ-zieren können. Spezialisiert hat er sein Angebot generell auf Getränke bzw. Cocktails: Besonders stolz ist er dabei auch auf sein alkoholfreies Angebot, denn für jeden Cocktail gibt es eine Alternative. Das gehört heutzutage einfach dazu, denn um eine gute Zeit zu haben, sei viel Alkohol gesellschaftlich längst nicht mehr nötig. Essen bietet er in der Regel nicht an, doch auch an dieser Stelle ist das Netzwerken wieder ein wichtiger Faktor, denn er kann auf andere Akteure aus der Region verweisen, denn mitein-ander arbeiten ist doch deutlich schöner als gegeneinander. So stieß er auch auf eine Künstlerin aus Oldenburg, die ein Bild seiner Ape im Oldenburger Schlossgarten malte und dieses an Philipp schickte. In Absprache verkauft er dieses nun als Postkarte für 1,80€ an seiner Ape und spendet je einen Euro an die Oldenburger Straßenengel. Sich in der Stadt zu engagieren und mit seinem Projekt auch hier zu bleiben ist dem gebürtigen Oldenburger wichtig. Klar mag die Großstadt verlockend sein, aber Oldenburg ist eben Oldenburg. Hier liegen seine Wurzeln. Und hier ist definitiv Platz für ein bisschen Italien.[/font][font=Bembo] [/font]

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