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Was gibt’s eigentlich für die jungen Leute...21.10.2026









Text und Fotos: Thea Drexhage

Kinder und Jugendliche können sich in der Villa frei und ungezwungen treffen, aber eine klare Regel gibt’s: Wer hineinkommt trägt sich in das Besucherbuch ein und begrüßt die Betreuenden mit einem Fistbump. „So können wir einerseits Statistik darüber führen, wer das Haus besucht und gleichzeitig auch gleich einen Eindruck davon bekommen, wie jeweilige Personen heute drauf sind“, erklärt Lasse Elend. Begrüßt wird sich am Tresen, an welchem immer Wasser, Tee und kleine Snacks zur Verfügung stehen und für kleines Geld auch andere Getränke und kleine Mahlzeiten erworben werden können. Da sich einige Kids fast den ganzen Nachmittag vor Ort aufhalten, ist eine kleine Stärkung oft nötig. Ergänzt wird dies durch wöchentliche Back- und Kochangebote sowie ein gemeinsames Abendbrot jeden Mittwoch. Durch die gegenüberliegende Grundschule ist das Publikum eher jung und bewegt sich im Schnitt vom Grundschulalter bis 18 Jahre. Eigentlich gab es für die Älteren mal einen eigenen Bereich im Keller, doch dieser musste wegen eines Wasserschadens geschlossen werden. Nun kann unterm Dach gechillt werden, doch dieser Einschnitt hat sich auch in den Besuchenden des Hauses bemerkbar gemacht. Um dieser Altersgruppe wieder etwas gerechter zu werden, sucht das Team derzeit nach einer Lösung, einen neuen, coolen Jugendbereich an den Start zu bringen. Aber auch sonst gibt es genug Raum, um sich in „der Villa“ aufzuhalten, egal ob nun bei Brettspielen, Kicker oder Konsolengames im Erdgeschoss oder in Chillecken oben im Zwiebeltürmchen. Im Sommer lädt auch ein Garten für Outdooraktivitäten von Fussball bis Grillen ein. Natürlich gehören auch Werkstatt und Bastelräume fest zum Inventar der Einrichtung, ebenso wie die kleinen Karts, die gegen Pfand gemietet werden können, um durch die Gegend zu düsen. Was gerade bei den Kids angesagt und nachgefragt ist, variiert stetig und das Team versucht so gut es geht, auf Anmerkungen und Wünsche einzugehen. Für einen symbolischen Euro pro Nase werden auch regelmäßig Ausflüge angeboten: Bowling, Jaderberg, Kletterhalle oder Kramermarkt stehen dabei hoch im Kurs. Weniger gut hingegen funktionieren langfristige Gruppen und Projekte. Während Anfangs der Enthusiasmus recht groß ist, können solche Ideen genauso schnell wieder verebben - Verpflichtungen hätten junge Menschen schließlich schon genug. Derzeit versucht das Team von „Die Villa“ trotzdem, ein paar neue Programmpunkte und Gruppen umzusetzen. Eine Mädchengruppe zum Beispiel, die sich einmal im Monat treffen kann, oder ein Brettspieleabend, abseits von Technik und Smartphone. Ein großes Highlight wäre zudem das jährliche Straßenfest, bei dem auch viele Ehrenamtliche, Familie, Freunde und auch Ehemalige mit anpacken, um einen bunten Tag für die Nachbarschaft zu veranstalten. Die Freizeitstätte ist nicht nur ein guter Ort für junge Menschen zur Freizeitgestaltung, sondern auch für jene, die ihre ersten Schritte ins Berufsleben gehen. Joel Bottmeyer ist seit August dabei und ist ganz begeistert von den Möglichkeiten vor Ort: „Ich möchte später gern im Bereich Jugendarbeit arbeiten, bevorzugt als Sozialarbeiter in Richtung Erziehungsbeistand. Dafür wollte ich gern in meinem FSJ schauen, ob die Jugendarbeit etwas für mich ist. Hier kommt man mit allen Altersgruppen in Kontakt und bisher konnte ich hier sehr bestätigende Erfahrungen sammeln. Anders als im Kindergarten oder der Grundschule hat man hier eine schöne Abwechslung und jeder Tag kann anders ablaufen.“ Diese können ruhig ablaufen,aber mit bis zu 30 Kindern auch mal hektisch werden. Auch die Probleme, die die Kids aus ihrem Alltag mitbringen, gilt es vor Ort möglichst gut zu berücksichtigen. Was dem Team besonders wichtig ist: Die Villa ist ein gewaltfreier Raum. Sowohl körperlich als auch psychisch. Ein neutraler Boden sozusagen. Jede*r soll sich sicher fühlen können. Und anhand dessen, dass die Kids immer wieder freiwillig kommen, scheint dieses Konzept gut anzukommen. Und wenn die jungen Menschen irgendwann im Erwachsenenalter nochmal vorbeischauen, um die eigenen Kinder vorzustellen oder ein kleines Update über ihr Leben zu geben, dann hat Die Villa doch alles richtig gemacht.

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