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Im Handwerk schafft man Dinge, die bleiben30.12.2025



Text und Foto: Thea Drexhage

Dass der eigene Berufsweg etwas Praktisches werden sollte, war dann schnell klar. So probierte er sich in verschiedenen Bereichen aus und bewarb sich für diverse Hand-werksausbildungen. Den Zuschlag bekam er im Heizungsbau. Heute ist er Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Oldenburg, stellvertretender Landesmeister des Fachverbands, führt ein eigenes Unternehmen und ist außerdem als motivational Speaker online und offline unterwegs, um junge Menschen für handwerkliche Berufe zu begeistern. Nach seiner Ausbildung arbeitete er auf Großbaustellen, bevor er auch im Kundendienst aktiv wurde. Als die Büroarbeit etwas zu langweilig wurde, entschloss er sich, noch den Meister zu machen. 2017 wagte er dann nach Absprache mit seiner Frau den ungewissen Weg in die Selbstständigkeit und bereut dies bis heute nicht. Dies bedeutet natürlich auch, dass sich das Aufgabengebiet von Cehan San wieder gewandelt hat. Von der Praxis zurück in die Organisation. „Manchmal ist das für mich schon etwas traurig, wenn ich dann die Jungs sehe und was für geile Arbeiten die an den Tag legen, wenn sie Anlagen bauen oder Bäder fertigstellen und generell beim Kunden unterwegs sind. Das ist etwas, dass ich immer sehr geliebt habe“, erklärt er. Dafür hat er jetzt die Möglichkeit, sein Wissen an sein junges Team weiterzugeben und sich an deren Wachstum zu erfreuen. Mit der Selbstständigkeit wuchs auch das Engagement in der Innung. Auf Messen erklärte er Kindern und Jugendlichen die Vorzüge des Handwerks und brachte sich ein, wo sich die Möglichkeit bot. Dies brachte ihn auch auf den Schirm des vorherigen Obermeisters , dessen Amt er schließlich übernahm. Dort gehört es nun zu seinen Aufgaben, sich um den Nachwuchs zu kümmern, aber auch die Stadt z.B. beim kommunalen Wärmeplan zu unterstützen. Das Handwerk befindet sich im stetigen Wandel. Auch im Heizungs- und Sanitär-bereich gilt es immer wieder, sich neuen Entwicklungen anzupassen. So spielt der Umstieg auf Wärmepumpen derzeit eine große Rolle. Aber auch die eigene Vermarktung zum Beispiel in den Sozialen Medien. Dort nimmt Cehan San seine Follower mit durch die Arbeitsprozesse und gibt so tiefere Einblicke in das Berufsbild. Dies bietet auch die Möglichkeit, junge Menschen abseits von Jobmessen zu erreichen. Wenn er ihnen eine Sache über das Handwerk mitgeben kann, dann die, dass man Arbeiten verrichtet, die überdauern. Jahre, Jahrzehnte, teilweise sogar Jahrhunderte. Und das ist doch wirklich etwas Besonderes.
Wenn es hart auf hart kommt, freut sich der 42-Jährige, auch wieder praktisch anpacken zu können, bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal zum Beispiel. „Ich kriege noch immer Gänsehaut, wenn ich daran denke. Ein Kollege, der auch einen eigenen Betrieb hat, fuhr damals runter und ich erinnere mich, ihn angerufen zu haben, warum er denn alleine fährt“ so Cehan San. Als dieser Kollege zurück kam, organisierten sie Hilfe im großen Stil und mobilisierten regionale 50 Gesellen aus Heizungsbau und Elektrik, um die Handwerksbetriebe im Süden zu unterstützen. „Das war sehr prägend. Als Handwerker ist man ja immer sehr nah an den Menschen und auch an ihren Schicksalen“, blickt er zurück. Eindrücke, die er auch lange nach seiner Rückkehr nach Oldenburg noch mit sich trägt. Doch dieses Ereignis hat ihm auch gezeigt, wie die Menschen in Notsituationen zusammenhalten können. Es entwickelten sich Freundschaften, die bis heute gepflegt werden.

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