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Dickes Ding03.12.2025
Text: Thea Drexhage Foto: Pressefoto
So ein Album schafft einen ganz anderen Raum, in dem die Musik wirken kann. Spannungsbögen können aufgebaut und Geschichten besser erzählt werden. Und natürlich lohnt es sich auch mehr, ein Studio für ein größeres Projekt zu mieten. Elf Songs befinden sich auf „Escape From A Smoldering Planet“ von Fat Rhino. Die Band aus Löningen gibt es unter diesem Namen seit 2021, doch die Wurzeln reichen schon viel weiter zurück. Bassist Dennis und Gitarrist Jan D. gründeten 2007 die Band El Camino, mit der sie bis 2021 an die 150 Konzerte auf die Bretter gelegt haben. In der Coronazeit änderten sich die Lebensumstände des damaligen Sängers und er zog nach Thüringen. Da eine Umbenennung der Band schon länger im Raum stand, weil El Camino doch ein ziemlich gern genutzter Name in verschiedenen Genres war und es auf Plakaten auch mal zu Verwechslung kam, war ein Neustart die logische Konsequenz. Die Inspiration für den neuen Namen kam der Band im Discounter, wo sich Rockmusiker eben gern rumtreiben. Dort gab es ein Dosenbier namens Fat Rhino. „Ein schönes Pale Ale, dass wir sehr gern getrunken haben. Das war also nicht unsere Eigenkreation, aber der Name passte. Tiere sind ja sowieso in unserem Genre sehr beliebt und Fat passiert natürlich auch schön. So ein Nashorn hat natürlich etwas schweres und behäbiges, kann aber auch schnell Fahrt aufnehmen und das beschreibt auch unsere Musik ziemlich gut.“, erklärt Dennis.
Der neue Name war da und auch ein neuer Sänger wurde gefunden. Obwohl 2021 nicht die sicherste Zeit war, um eine neue Band zu starten, haben sich alle in das Projekt gekniet. „Vom Songwriting her waren wir an dem Punkt, an den ich immer wollte, daher war es keine Option aufzuhören. Natürlich war die Zeit unkalkulierbar, aber wir müssen ja alle nicht von der Musik leben.“, erklärt Schlagzeuger André. Die Bandproben fanden auf Grund der Kontakt-beschränkungen mehr oder weniger am Telefon statt, aber zum Ideen jonglieren hat es gereicht. So konnte das Songwriting beginnen und ein paar Jahre später dann auch der Aufnahmeprozess in der Tonmeisterei in Oldenburg – bis auch der neue Sänger 2024 die Band verließ. Mit Jan B. wurde zügig ein Ersatz gefunden, der sich schnell in den bestehenden Strukturen eingefunden hat und so die Songs nicht nur direkt im Studio einsingen konnte, sondern live ebenso eine gute Figur gemacht hat. Auch musikalisch passte es. Grundsätzlich teilen die vier Bandmitglieder einen ähnlichen Musikgeschmack und streiten sich höchstens über Kleinigkeiten wie die Frage, ob Metallica nun geil sind oder nicht. Die musikalische Prägung geht bei allen in die Teenagerjahre zurück. Der eigene Musikgeschmack wurde entdeckt, verschiedene Instrumente angeeignet und erste Banderfahrungen gesammelt. Die Einflüsse von Fat Rhino kommen aus dem Doom, Stoner und Metal-Genre aber auch aus dem Classic-Rock-Bereich. So ist es nur wenig verwunderlich, dass der eigene Stil nicht so richtig in eine Schublade passt. „Die ersten Reaktionen von außen ordnen uns im Doom-Metal, Stoner-Metal, Stoner-Rock ein – auch, wenn wir uns da selbst gar nicht so sehen, sondern vom Songwriting her vielleicht eher im Alternative-Metalbereich“, so Jan D.
Fakt ist, die Musik von Fat Rhino ist laut, krachend und drückt hier und da auch mal. Gesungen wird auf Englisch, denn deutsche Texte müssten so richtig gut sein, sonst würden sie schnell ins Peinliche driften. Es geht bei Fat Rhino um teils persönliche Erfahrungen, Wünsche, Träume und vor allem Befürchtungen in hinblick auf das Weltgeschehen. Titel wie „Apocalypse“ sind dabei selbsterklärend - Umweltkatastrophen, Kriege, Rechtsruck, das kann sich schon apokalyptisch anfühlen. Zum Glück ist die Musik ein gesunder Weg, um mit diesen Themen umzugehen. Nach der Albumveröffentlichung kommt die eigentliche Arbeit: Die Musik unter die Leute zu bringen. Derzeit sind Fat Rhino mit der Konzertplanung für das nächste Jahr beschäftigt. Definitive Termine gibt es noch nicht, aber man kann sicher sein, dass der Name im ein oder anderen Club im Nordwesten auftaucht. Also Augen offenhalten!
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