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Wieder auf zwei Ebenen19.11.2025





Text und Fotos: Thea Drexhage


Nun kann man sich auch in Oldenburg einen Überblick über sein breit gefächertes Werk verschaffen. Viele Oldenburger*innen dürften mittlerweile zumindest mit einer Arbeit von Christoph Niemann vertraut sein, wenn vielleicht auch nicht bewusst. Seit 2023 ziert sein Kunstwerk „Current Lines“ die Fassade des Horst-Janssen-Museums und ist durch die dazugehörige Beleuchtung auch in den Abendstunden kaum zu übersehen. Nun zieren seine Werke auch das Innere des Museums.  “Ich wusste von dem Haus, weil das unter Zeichnern natürlich ein Thema ist. Ich habe mich sehr gefreut, als ich von Frau Moster-Hoos kontaktiert wurde. Wir hatten uns über eine Ausstellung unterhalten und sind dann im Rahmen der Umbauarbeiten erstmal den Umweg über die Außenarbeit gegangen, was mich riesig gefreut hat“, erzählt Niemann bei der Ausstellungseröffnung am 14. November. Mit dem Neubau des Stadtmuseums und der angrenzenden Baustelle war es lange Zeit nicht möglich, beide Ebenen des Hauses mit insgesamt 700 Quadratmetern zu bestücken, da ein Fluchtweg nicht zugänglich war. Dieses Problem ist nun behoben, sodass sich für die Ausstellung ganz neue Möglichkeiten boten. Neben dem bestehenden Werk fertigte Christoph Niemann auch neue Arbeiten an, die mit den Gegebenheiten des Raumes spielen. So erstreckt sich die Installation „Atelier“ in sieben Metern Höhe. Sie zeigt auf der einen Seite den Künstler am Schreibtisch, zerstückelt in einzelne Sequenzen zusammengesetzt aus schwarzen und weißen Flächen und Halbkreisen. Ihm gegenüber sprudeln die Ideen nur so aus dem Schreibtisch hervor und verteilen sich von der ersten bis in die zweite Etage. „Es ging darum, mit der tollen Architektur zu arbeiten, was sich auf Grund der Größe auch als herausfordernd darstellte. Wie füllt man einen so großen Raum, ohne mit Masse zu arbeiten – eine grafische Herausforderung, dem Hause gerecht zu werden“, erklärt Niemann. Die neuen Werke fügen sich bestens in die bestehende Sammlung ein. Diese umfasst natürlich die ikonischen Magazincover als auch die Sunday Sketches, in denen Niemann Alltagsobjekte in seinen Zeichnungen nutzt, um mit wenigen klaren Linien und fotografierten Objekten etwas komplett Neues zu schaffen – so können die Anspitzreste eines Bleistifts genauso gut das Hirn oder Haar des Künstlers repräsentieren, oder eine Mohnschrippe den stoppeligen Drei-Tage-Bart. Niemann sieht die Illustration als eigenständige Sprache an - das Abgebildete würde sich dabei erst als fertiges Objekt in den Köpfen der Betrachtenden zusammenbauen. Dabei gilt es für den Künstler immer, das Publikum und dessen Hintergründe im Kopf zu behalten – so können abstrakte Darstellungen aus New York vielleicht an anderen Orten der Welt auf Grund verschiedener kultureller Hintergründe nicht so gut funktionieren. Eine universelle Sprache in Christoph Niemanns Werken ist auf jeden Fall der Humor und die Selbstironie. Die Betrachtenden erfahren viel über den Arbeitsprozess des Künstlers, seine Herausforderungen und Vorstellungen und über seinen Blick auf die Welt. Denn nicht nur Auftragsarbeiten, welche in der Regel in Niemanns geordnetem Atelier entstehen, sind in der Ausstellung zu finden, sondern auch Malereien, Illustrationen und Zeichnungen, die auf den Reisen des Künstlers entstanden sind.  Eine hell leuchtende Ausstellung für graue Wintertage, universell geeignet für groß und klein!


Die Ausstellung ist bis zum 17. Mai im Horst-Janssen-Museum zu sehen. Das Rahmenprogramm umfasst u.a. Führungen in Gebärdensprache sowie praktische Workshops und ist zu finden auf den Homepages des Hauses und im MoX-Veranstaltungskalender.

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