LzOLzO
OLDENBURG
Samstag

18

April

Foto:
Über den Dächern von Oldenburg

Hier geht es zu den aktuellen Ausgaben

Suche:

direkte Antwort ohne Umwege!

Kleinanzeigen

Aktuelles

Tischlerbank statt Schulbank27.11.2025



Text und Foto: Thea Drexhage

„Obwohl ich da noch sehr jung war, habe ich mich irgendwie in diesen Beruf verliebt“, schaut er zurück. Und das, obwohl man als Praktikant in diesem Bereich noch gar nicht so viel mit anpacken darf. Es gibt viele Maschinen, die eine längere Einarbeitung erfordern und zudem ein Sicherheitsrisiko mit sich bringen würden, doch bereits die Aufgabe mit einem Stecheisen etwas Kleines aus einem Stück Holz zu fertigen, hat es ihm angetan. Als er dann noch größeres Interesse zeigte, erlangte er tiefere Einblicke in das Berufsfeld. „Die meisten Gesellen freuen sich sehr darüber, wenn die Praktikanten auch mal was nachfragen und sich für den Beruf begeistern“, erklärt er. Mittlerweile ist er 22 Jahre alt und hat seine Ausbildung hinter sich. Bei der jüngsten deutschen Meisterschaft im Handwerk ging Gerken als einer der Kammersieger hervor. Das spannende an der Tischlerei ist für ihn, individuelle Lösungen für all die unterschiedlichen Kunden-wünsche zu finden. Dabei können das klassische Tischlerhandwerk und moderner technischer Fortschritt schon mal miteinander verschmelzen. Zum Beispiel erweist sich auch der 3D-Druck in seinem Berufsfeld als sinnvolle Ergänzung. „Wenn man beispielsweise einen neuen Beschlag, den es so nicht gibt, benötigt, um ein Problem zu lösen, dann kann man diesen in wenigen Stunden drucken, sofern man die nötigen Computerprogramme bedienen kann. Es wundert mich, dass mittlerweile nicht in jeder Tischlerei auch ein 3D-Drucker steht.“, so Gerken. Dies zeigte er auch in seinem Gesellenstück. Aber Daniel Gerken kann auch mit ganz klassischen Ideen beeindrucken. So wurde er beim Wettbewerb „Holz bewegt“ für seine Holzschalen ausgezeichnet, die ganz ohne Leim oder andere Verbindungsmittel gefertigt sind – sie sind aber auch nicht aus einem Stück gefertigt, sondern bestehen aus einem separaten Rand und Boden. Daniel Gerken arbeitet dabei mit den natürlichen Gegebenheiten des Holzes. Der Boden fügt sich nach dem Erhitzen und fast völligen Austrocknen im Ofen in eine Nut im Rand ein. Durch erneutes Aufquellen dehnt sich das Holz und die beiden Teile fügen sich passgenau zusammen. Die Idee kam in der Berufsschule, als es oft um das Thema ging, wie das Holz arbeitet und sich ausdehnt oder beim Trocknen verkleinert. Sein damaliger Ausbildungsbetrieb ermutigte ihn und die weiteren Azubis zur Teilnahme. Mit einem Gewinn hat Gerken nicht gerechnet, freut sich aber über die Wertschätzung und zeigt sich zudem beeindruckt von den spannenden Projekten der Mitbewerber*innen.
Die größte Herausforderung, die seinen Beruf aber gleichzeitig auch so spannend macht, ist das wirklich präzise Arbeiten. „Man muss lernen zu wissen, wann es auf den Millimeter, oder beim Tischler zum Teil auch auf einen Zehntelmillimeter ankommt und wann das vielleicht auch nicht der Fall ist. Zudem muss man dann auch die Geschicklichkeit haben, diese wirklich genauen Arbeiten durchzuführen“, so Gerken. Aber das macht den Beruf ja auch spannend und belohnend, wenn so eine Aufgabe vollbracht ist. „Wenn man am Ende des Tages wissen will, dass man etwas geschafft hat, dann ist das Handwerk auf jeden Fall das Richtige.“ Auch andere junge Leute möchte er ermutigen, sich im Handwerk zu versuchen, auch, wenn die Bezahlung in den ersten Momenten vielleicht nicht so attraktiv aussieht wie in anderen Berufsfeldern. So zählt es für Daniel Gerken vor allem auch, zufrieden mit sich und seiner Berufswahl zu sein, statt etwas zu machen, dass vielleicht reich aber dann nicht glücklich macht.

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Um hier Kommentare abgeben zu können müssen Sie sich erst Anmelden!

Benutzername:     Passwort:    

Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben oder Sie sich registrieren wollen Klicken Sie bitte hier.


Sonderseiten
EXB Handwerk
Kostbar