direkte Antwort ohne Umwege!
Kleinanzeigen
Aktuelles
Klangtheke05.11.2025
Text: Thea Drexhage Foto: Privat
Doch mit der jungen und lokalen Kultur, da sieht es manchmal doch etwas mau aus – finden zumindest Liv Tapken und Jonas Nattke. Beide sind selbst Musiker*innen und spielen gemeinsam in einer Band. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass sie zusammen im Kurhaus arbeiten. Da ist der Gedanke, dort einmal auftreten zu wollen natürlich naheliegend. Eine der größten Herausforderungen junger Künstler*innen in der Region ist es, Möglichkeiten zu finden, sich zu präsentieren. In etablierten Clubs, wo nichts mehr ohne zuverlässige Vorverkäufe läuft, wird es schwierig und kleinere Läden werden rar - gerade in den ländlicheren Regionen. Diese Schwierigkeiten gelten nicht nur für Musik, sondern auch für die bildende Kunst, das Schauspiel, Comedy etc. Warum also nicht gleich eine Gelegenheit für mehrere Akteure schaffen, statt allein aufzutreten? Im Februar fand zum ersten Mal das Youth Culture Festival im Kurhaus statt und fand großen Anklang, sowohl bei den Menschen auf als auch vor der Bühne. Selbst Musik zu machen ist für Liv und Jonas das Eine, aber ein ganzes Festival zu organisieren dann doch nochmal ein anderer Schnack. Viele Fragen müssen geklärt werden: Woher kommt das Geld? Wie läuft das eigentlich mit der Technik? Wie und wo macht man Werbung? „Die großen Standbeine zu klären, ging tatsächlich relativ gut, aber dazu kamen dann ganz viele Kleinigkeiten, die doch eine größere Rolle spielen. Da den Überblick zu haben und zu wissen, wann man sich um was kümmern muss, war doch herausfordernd“, erklärt Jonas Nattke. Glücklicherweise erhielten die beiden viel ehrenamtliche Unterstützung vom Kurhaus. Praktisch, dass Liv Tapken die Tochter von Kurhaus Inhaberin Maren Tapken ist. Auch der Verein Jugendkulturarbeit aus Oldenburg, der über viele Jahre Erfahrungen im Veranstaltungsgebiet gesammelt hat, stand gern mit Rat und Tat zur Seite. Förderung konnte sich bei der Oldenburgischen Landschaft und 4Generation aus Hannover für die erste Ausgabe des Events finden lassen. Dies gab Mut und Ansporn weiterzumachen. Daher findet am 14.11. die zweite Ausgabe statt, nun unter dem Titel „Klangtheke“. Förderung gibt es wieder von der Oldenburgischen Landschaft und der Bartels Stiftung aus Varel. Dies ermöglicht den Veranstaltenden nicht nur, ein breit aufgestelltes Programm zu planen, sondern auch den Eintritt kostenlos zu halten und sich so nicht von Vorverkäufen abhängig zu machen, wie es heute leider oft der Fall ist. Wenn es nach Jonas Nattke geht, soll dieses Event nun einmal im Jahr stattfinden, denn all die Mühe sei es wert, sobald man in die zufriedenen Gesichter schaut. Sowohl die der Gäste, die kostenlos in den Genuss neuer Kultur kommen, als auch die der jungen Künstler*innen, die endlich die Chance haben, ihr Können zu zeigen. Bei der Klangtheke werden drei Bands auftreten, drei bildende Künstler*innen ausstellen, ein DJ auflegen und vielleicht wird auch ein Stand-Up Comedian auftreten - ganz final steht das Programm noch nicht. Jonas Nattke sieht die Möglichkeit dieser Veranstaltung längst nicht als selbstverständlich an. „Wir haben das Glück, gefördert zu werden und diese enge Verbindung zum Kurhaus zu haben, wenn man so etwas nicht hat, ist so ein Vorhaben fast unmöglich. Da wünsche ich mir mehr Unterstützung von anderen Institutionen, die so etwas ermöglichen könnten“, erklärt er. Es sei ja auch eine tolle Möglichkeit für die Gäste, die in schwierigen Zeiten wie diesen einen Tag auf andere Gedanken kommen und junge Kultur unterstützen können, ohne wirklich viel dafür zu tun.
Klangtheke findet statt am 14.11. ab 19 Uhr im Kurhaus Dangast, der Eintritt ist frei.
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben oder Sie sich registrieren wollen Klicken Sie bitte hier.












