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Feministisch10.09.2025



Text: Thea Drexhage Foto: Juliette Moarbes

Dazu kommt die Debatte der Künstler*innen selbst, dass diese nicht auf Grund ihres Geschlechts im Line-Up hervorgehoben werden, sondern es eigentlich verdienen, einfach komplett gleich behandelt zu werden und eben nicht eine dieser „Frauenbands“ zu sein. Das Problem der Geschlechtergleichheit ist dabei nicht nur in der Rockmusik zugegen, auch im Jazz und anderen Genres beherrschen die Männer das Bild - lediglich die großen Ikonen der Popmusik scheinen eine Ausnahme zu bilden. Es bleibt nach wie vor wichtig, über diese Thematik zu sprechen, zu diskutieren und auch mal harsch zu kritisieren.
Im Zuge dessen hat der Bremer Schlachthof vor zwei Jahren den „Femme Art Club“ (kurz: FAC) ins Leben gerufen und seitdem Flinta* bei ganz verschiedenen Formaten von Musik über Poetry bis Polittalk eine Bühne geboten. Dies gipfelt in diesem Jahr zum ersten Mal in einem Festival. Beim FAC-Festival werden ausschließlich FLINTA*, auf der Bühne stehen. Neben einer Lesung sind dabei auch ganz verschiedene musikalische Genres vertreten. Den Anfang macht die Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Sonja Eismann u.a. bekannt durch ihre freien Arbeiten für die TAZ und den DLF-Kultur. Sie ist sie Mitbegründerin des Missy-Magazins, einer alle zwei Monate erscheinenden Zeitung, die sich Popkultur, Politik und Feminismus aus ungewöhnlichen Blickwinkeln widmet. Im Schlachthof wird Eismann ihr Buch „Candy Girls“ vorstellen, das sich spezifisch mit sexistischen Strukturen in der Musikindustrie befasst. Denn nicht nur die Gleichheit im Booking ist ein Problem, sondern auch die Machtstrukturen hinter und vor der Bühne. Sowohl die Musiker*innen als auch die weiblichen Fans hinter dem Wellenbrecher sehen sich diesen in vielen Situationen ausgesetzt. Im Anschluss startet Bremerin Goldi.mp3 den musikalischen Teil des Abends. Sie vereint Rap, Punk und NDW, produziert ihre Musik selbst und geht in ihren Songs sowohl persönlichen als auch gesellschaftlichen Themen auf den Grund. Ebenfalls ganz DIY geht es mit Güner Künier und ihrer Band weiter. Die Wirtschaftsingenieurin und Musikerin mit türkischen Wurzeln macht frischen, trockenen Post-Punk auf englisch und türkisch. Geprägt von der türkischen Popmusik, die ihre Eltern hörten und alternativen Bands wie Sonic Youth oder Hole fand Güner ihren ganz eigenen Sound.
Mit The Oozes gibt’s dann Besuch aus London. Der Stil der Band wird als Queer-Core-Punk bezeichnet: laut, schrill, politisch, wütend. In Drag nehmen sie die doch irgendwie elitäre Punk-Bewegung auf’s Korn und schaffen sich ihre ganz eigene musikalische Nische. Das große Finale des FAC Festivals übernimmt dann Rakel Mjöll mit ihrem Trio Dream Wife. Die gelernte isländische Jazz- und Opernsängerin lebt mittlerweile in London, wo sie mit ihrer Band die Szene aufwirbelt. Die Musik von Dream Wife ist feministisch und befasst sich vor allem mit körperlichen Aspekten: Objektifizierung, Geschlechterrollen und die eigene Körperwahrnehmung. Dream Wife ist seit 2016 aktiv, konnte bereits auf Festivals wie dem Lollapalooza glänzen und erntete dicke Lobeshymnen bei der BBC und dem Rolling Stone Magazine – es wird also Zeit, dass sie auch im Line-Up der deutschen Rock Festivals in Erscheinung treten!
Nach so viel Energie fällt es oft schwer, einfach nach Hause zu gehen, deshalb plant das FAC-Festival noch ein gemeinsames, letztes kollektives Erlebnis: gemeinsam mit Pony Tyler aus Bremen werden die Stimmbänder des Publikums bei der Massenkaraoke gefordert. Dabei dreht sich vieles um die großen Popsongs, nicht nur von Namensschwester Bonnie Tyler, sondern auch Miley Cyrus, Blümchen und anderen. Kollektiv ist man schließlich am lautesten.




Info:
Das Festival findet am 26.9.2025 ab 17 Uhr im Schlachthof Bremen statt . Die Tickets kosten 35€ und können auf tixforgigs.de bestellt werden.

Die Bezeichnung Flinta* steht für: Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, binäre, trans und agender Personen. Das * bezieht sich auf weitere nicht-cis-männliche Personengruppen.

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