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Wer ist eigentlich...?13.08.2025



Text und Foto: Thea Drexhage

Es gibt Veränderungen in der Stadtverwaltung. Seit dem 1. Juli hat die Stadt Oldenburg ein neues Dezernat: das Dezernat für Schule, Sport, Kultur und Gebäudewirtschaft. Somit liegt das Kulturdezernat nun nicht mehr bei Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, sondern bei Holger Denckmann, dem ehemaligen Leiter der Musikschule Oldenburg. Dieser ist seit mehr als 10 Jahren eng mit der Stadt und der hiesigen Kulturszene verbandelt, leitete er schließlich die Musikschule von 2014 bis 2024, bevor er am 1.Juli 2024 zum Bundesgeschäftsführer des Verbands deutscher Musikschulen wurde. „Dadurch bin ich in Bonn gelandet und war ein Jahr lang Cheflobbyist für Musikschulen in Deutschland und bin dafür mit der Bahncard 100 durch das ganze Land gefahren“, erzählt er. Dass sein Weg so schnell zurück nach Oldenburg führen sollte, war eigentlich nicht geplant. Als er aber auf die Stellenausschreibung für das neue Dezernat aufmerksam wurde, war schnell klar, dass er sich bewerben musste und schließlich, nach einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren, die Ratsmehrheit bekam. Mit frischem Blick und Inspiration aus deutschen sowie internationalen Städten schaut Holger Denckmann nun auf seine neuen, vielfältigen Aufgabengebiete. Eine Schnittstelle zu bilden zwischen Verwaltung und Politik, einen guten Umgang mit den Finanzen sowie den Kontakt zu pflegen zwischen Bürger*innen und Politik sind die Hauptaufgaben des gebürtigen Lübeckers. Im kulturellen Bereich bewegen ihn verschiedene Themen. „Oldenburg hat eine starke Kulturszene, allein Staatstheater und Universität machen schon etwas mit einer Stadt. Es gibt so viele Kreative, aber nicht immer genug Raum für Kreativität. Im Vergleich mit Groningen oder anderen Großstädten liegt in Oldenburg vieles versteckt“, so Denckmann. Sichtbarkeit, niedrigschwellige Angebote und zukunftssichere Ideen sind wichtige Punkte, zudem die Kulturszene und die Verwaltung enger zusammenzubringen, was etwas Chaostoleranz und Wertschätzung erfordere – bedeutet, Amtswege zu erleichtern und die Emotionalität der Kreativen mit den geregelten  Wegen der Verwaltung zu vereinen. Auch in den anderen Bereichen steht einiges auf Holger Denkkmanns Agenda. Im Sport ist es vor allem die Rolle des Ehrenamts und der Geschlechterverteilung. „Es geht darum, Vereine weiter zu unterstützen. Es wird immer schwieriger mit der Übernahme von Verantwortung im Ehrenamt, denn immer weniger Menschen finden sich. Zudem ist das Ehrenamt grundsätzlich weiblich, doch in den Vorständen der Vereine sieht es leider häufig anders aus. Das ist auch ein Thema hier in der Verwaltung, wie wir Mütter oder junge Frauen in Vereinsverantwortung bekommen können, indem wir Ängste abbauen und Verwaltungshürden so niedrig wie möglich halten. Dafür sind wir auch mit dem Gleichstellungsbüro in Kontakt“, erklärt er. Kultur und Sport zählt der neue Dezernent zu wichtigen außerschulischen Lern- und Begegnungsorten, die auch in puncto Inklusion eine wichtige Rolle spielen. Man müsse auch in der Schule und im Ganztag immer wieder darauf hinweisen, dass das Leben auch außerhalb der Schule stattfindet, in Sportvereinen und z.B der Musikschule.
All diese Themen vereint auch die Gebäudewirtschaft unter sich, für Denckmann sehr bezeichnend: „Der Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau, kurz EGH, ist gleichzeitig ein E-Moll Akkord, wie beispielsweise bei „Nothing Else Matters“, eine schöne Tonart, bei der aber nicht alles freudestrahlend ist.“ Gerade Baukosten können in Stadt und Kommunen oft zum Zankapfel werden. In Hinblick auf Anforderungen an Nachhaltigkeit Begrünung und Energie sei das Bauen komplexer geworden. Gleichzeitig wäre der Zustand von Gebäuden auch ein Marker für den Zustand der ganzen Stadt und wenn zum Beispiel Schulen oder Sportstätten bröckeln, schleiche sich schnell das Gefühl ein, dass eben doch nicht alles so gut läuft. Es gibt also an allen Ecken und Enden viele neue Herausforderungen für Holger Denckmann, denen er positiv entgegen schaut. Um sich doch einmal von der Arbeit abzulenken genießt er es, die Region um die Wesermarsch mit dem Fahrrad zu erkunden oder an seinen polnischen Sprachkenntnissen zu arbeiten, denn seine Ehefrau stammt von dort. Und wenn er es zeitlich schafft, stellt er sich selbst gern ans Vibraphon, wie zuletzt beim Kultursommer, wo er zwei Songs mit der Nordwest Big Band performte. Das Schlagzeug war es auch, was seinen beruflichen Werdegang bestimmte. Während immer mehr Mitschüler*innen in der Pubertät ihre Instrumente aufgegeben haben, fühlte sich Holger Denckmann dazu angespornt immer weiterzumachen, weshalb er schließlich auch Jazzmusik und Instrumental-pädagogik in Bremen studierte und so seinen Karriereweg im Nordwesten begann. In Oldenburg fühlt sich der 41-Jährige äußerst wohl. Das kurze und knappe ‚Moin‘, die vielseitige Theater- und Jazzszene sowie die Internationalität der Bewohner*innen machen die Stadt für ihn zu etwas Besonderem. Diese Bereiche weiter zu stärken hat er sich für die kommenden acht Jahre vorgenommen: „Und wenn es dann irgendwann am Horizont, meinetwegen auch nach meiner Zeit, gelingt, ein übergreifendes kulturelles Zentrum in der Stadt zu schaffen, dann hätte ich nichts dagegen.“ All diese Themen vereint auch die

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