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Das Interesse an der Filmkunst bewahren02.04.2025
Text & Foto: Thea Drexhage
Während die Filmclubs anfangs noch etwas sehr Exklusives für die Wohlhabenderen waren, begannen viele Reisefilme der Teilnehmenden mit einem Schwenk auf ihren Mercedesstern, wie Werner Garrelts berichtet, wurde das Hobby dann doch irgendwann für die breitere Masse erschwinglicher und das Interesse wuchs enorm. Allein in Oldenburg gab es mehrere Clubs, die auch in Wettbewerben miteinander konkurrierten. Der ASCO Filmclub gehörte dabei zum BDFA – Dem Bundesverband deutscher Film-Autoren e.V.
Garrelts Interesse für das bewegte Bild entflammte schon als Kind. In Zeichnungen hielt er Bewegungsabläufe fest. Zur Konfirmation schenkte ihm sein Bruder die erste Fotokamera und mit der Geburt seiner Söhne zog dann auch die erste Videoausrüstung bei ihm ein. Seitdem blieb kaum etwas undokumentiert. Die ersten Schritte seiner Kinder, die unzähligen Wohnmobilreisen mit seiner Frau durch ganz Europa und auch das Leben seines im Krieg verstorbenen Vaters hielt er retrospektiv im Video fest. Dieser Film mit dem Titel „Ein Leben in Uniform“ brachte ihm sogar einen Preis beim Bundesfilmfestival des BDFA ein. In Oldenburg hielt er hingegen die Besuche von Kohlkönig*innen wie Angela Merkel oder Frank Walter Steinmeier fest, welcher ihm keck in die Kamera zwinkerte, oder befasste sich mit dem womöglichen Ursprung der Stadt: dem Heidenwall. Material, dass es sich lohnt zu bewahren. Dass das Stadtmuseum nun Interesse an seinem Archiv zeigt, freut den Hobbyfilmer. Aber es schwingt auch ein bisschen Wehmut mit, denn die Tage des ASCO-Filmclubs gehen aus, denn in den letzten Jahren kamen einfach keine Mitglieder mehr dazu. Alte widmeten sich neuen Aufgaben oder verstarben. Zwar finden noch immer monatliche Treffen gemeinsam mit dem Rasteder Filmclub und dem zweiten Oldenburger Filmclub Flash Off im Lindenhof statt, doch das mangelnde Interesse der jungen Leute an dieser Kunstform verwundert Werner Garrelts. Scheinbar würden alle lieber für sich arbeiten und die fortschrittliche Technik erledigt den Rest - ein Austausch über spannende Schnittsetzungen, komplizierte Überblenden oder andere Tricks und Kniffe scheinen nicht mehr notwendig. Die Filme des Asco-Filmclubs können zukünftig im Stadtmuseum angesehen werden. Dieses wird voraussichtlich im März 2026 seine neuen Türen öffnen.
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