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Eine Selbstverständlichkeit02.04.2025



Text und Foto: Thea Drexhage

Im Fokus dieser Arbeit steht die Opferhilfe. Als sie 2009 nach ihrer Pensionierung als Kriminalkommissarin gefragt wurde, ob sie sich mit ihrer beruflichen Expertise vorstellen könne, sich beim weißen Ring zu engagieren, brauchte es nur eine kurze Überlegung, um sich dieser neuen Aufgabe zu widmen. Ihre Polizeilaufbahn war im Prinzip vorbestimmt, stammt die gebürtige Braunschweigerin aus einer Polizeifamilie und wuchs in ihren ersten fünf Lebensjahren sogar in einer Polizeikaserne auf.
Schnell kristallisierte sich beim Weißen Ring heraus, dass Petra Klein die neue Außenstellenleiterin werden sollte und es galt, die Außenstelle in Oldenburg zu stärken und neue Mitwirkende zu finden. Während ihre Polizeikarriere sie zwar auf Arbeit mit Opfern vorbereitete, war das Organisatorische doch etwas Neues. „Mitarbeiter zu gewinnen und auszubilden und innerhalb kürzester Zeit zu befähigen das zu tun, was wir jetzt hier tun, das war die Herausforderung. Der Bedarf war jedenfalls da.“, blickt sie zurück. Heute zählt die Außenstelle in Oldenburg zu einer der größten Bundesweit. Im Gegensatz zur Polizeiarbeit geht es bei der Opferhilfe aber nicht darum, Verbrechen aufzuklären, sondern Betroffene bei ihren Schritten in die Zukunft zu unterstützen. Sei es bei Behördengängen oder der Unterbringung in einer neuen, sicheren Situation. Dabei arbeitet der Weiße Ring sehr eng vernetzt mit anderen Akteuren in der Region zusammen. Das Engagement umfasst nicht nur die Hilfe bei Folgen einer Straftat sondern ebenso Prävention und Verbesserung der Gegebenheiten stehen ganz weit oben auf dem Aufgabenzettel, denn es gibt noch viel zu tun. In Oldenburg zählt dazu zum Beispiel, auch Schutzräume für betroffene Männer zu schaffen, denn auch diese können Opfer häuslicher Gewalt werden. Oder durch stetige Öffentlichkeitsarbeit auch neue Gesetze zum Opferschutz voranzutreiben. So hatte der Weiße Ring wesentlichen Einfluss auf die Umsetzung des Opferentschädigungsgesetzes, welches Teil des Sozialgesetzbuchs 14 geworden ist und welches nun auch psychische Gewalt berücksichtigt. All dies sind schwere Themen, die einen richtigen Umgang erfordern. „Ich hatte auch bei der Polizei eine sehr herausfordernde Aufgabe ähnlicher Art. Sowas kann man nur machen, wenn man einen gewissen Abstand behalten kann. Das versuche ich auch meinen Mitarbeitenden beizubringen. Wenn ich den Rücken drehe, dann muss mein Alltag, meine Hobbies und die schönen Dinge möglich sein.“, so Petra Klein. Ihren Alltag füllt sie mit Familie, Hund, Reisen und der Musik, doch auch in ihrem Engagement findet sie belohnende Momente. „Wenn ich mir vorstelle, dass man unverschuldet in eine schlimme, lebensverändernde Situation kommt, dann finde ich es wunderbar, dass wir beim Weißen Ring in der Lage sind, den Weg aus solchen Situationen zu begleiten. Das klappt nicht immer zu 100% aber häufig verbessern wir die Lage und dafür sind die Menschen ungeheuer dankbar. Das zu sehen ist eine große Motivation.“, so die 69-Jährige. Jüngst wurde diese Motivation belohnt: Anfang Merz erhielt Petra Klein das Bundesverdienstkreuz am Band. Eine große Ehre für die Oldenburgerin, aber gleichzeitig auch etwas unerwartet, denn für sie ist ihr Engagement eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Gern möchte sie auch andere Menschen aus der Region ermutigen, sich zu engagieren – nicht nur in Oldenburg gibt es eine Außenstelle, auch in Wittmund, Cloppenburg, Wilhelmshaven oder der Wesermarsch. (Mehr Infos: www. oldenburg-niedersachsen.weisser-ring.de)

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