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MoX Soundcheck KW3527.08.2025











Texte: Horst E. Wegener


Jon Batiste: BIG MONEY (VÖ: 22.8.)
Dass man Jon Batiste im britischen guardian als „ausgewiesenes musikalisches Genie“ einstuft, unterstreicht Können und Vielseitigkeit des US-Multitalents. Kinogängern dürfte der charismatische Jazzpianist und Sänger etwa dank seiner coolen Tracks, die er dem Pixar-Trickfilm-Meisterwerk „Soul“ beisteuerte, ein Begriff sein, ansonsten könnten wir den fünffachen Grammy-Preisträger als Leiter der Hauscombo bei Stephen Colberts New Yorker Talkshow in Erinnerung haben. Im Fernsehstudio bot sich dem Vollblutmusiker von 2015 bis zu seinem Abgang anno ´22 die Chance, Stars wie John Legend, Norah Jones oder Billy Joel bei deren Medleys zu begleiten. Für den 1986 in Kenner, einem Vorort von New Orleans, in eine Familie von Jazzern hineingeborenen Batiste-Sprössling Jon begann die Musikerkarriere mit acht Jahren als Perkussionist in der Familienband. Volljährig geworden machte er dann an der renommierten Juilliard School in New York seinen Bachelor und Master in klassischer und Jazzmusik – und verbindet jetzt auf „Big Money“ gewohnt gekonnt R´n´B, Americana, Soul, Roots und Gospel, unterstützt durch Gäste wie Randy Newman. Das Ergebnis begeistert, lädt zum Zuhören und Nachdenken ein!


James Yorkston: SONGS FOR NINA AND JOHANNA (VÖ: 22.8.)
Um bei lokalen Punkbands mittun zu können, reichte es James Yorkston jahrzehntelang, einen E-Bass zu besitzen. 27-Jährig fühlte sich der schottische Provinzler allerdings aus diesem Milieu endgültig „rausgewachsen“, sattelte er auf Singer-Songwriter um. Und fiel prompt der Radio-Größe John Peel auf, der ihn fortan protegierte. Auf „Songs for Nina and Johanna“, seinem mittlerweile sechzehnten Kammerpopfolkalbum huldigt Yorkston nun sowohl der Frontfrau der einst legendären Cardigans, Nina Persson, die sich für einen Teil der zu produzierenden Songs als Sängerin im Stockholmer Aufnahmestudio einfand, als auch Johanna Söderberg von First Aid Kit, die die restlichen Tracks einsingen mochte. Mit von der Partie sind obendrein die Musiker des Second Hand Orchesters, die mit Innigkeit und voller Zuversicht drauflos fideln.


Dressed like Boys: DRESSED LIKE BOYS (VÖ: 29.8.)
Als Sänger und Frontmann der belgischen Indie-Combo DIRK mag Jelle Denturck über ausbleibende Popularität kaum klagen. Um aber auch seine melancholische Ader ausleben zu dürfen, hat sich der ehemalige Philosophiestudent jetzt das „Dressed like Boys“-Soloprojekt zugelegt. Inspiriert durch Größen wie David Bowie, Elton John, Lou Reed oder Nina Simone singt er auf seinem Dressed-Erstling über queere Geschichten und Identitätsfindung, die von ihm stimmig in den Sound der 1970er einkleidet und mithilfe seelenverwandter Mitmusiker filigran um moderne Pop-Elementen ergänzt werden.


The Hives: THE HIVES FOREVER FOREVER THE HIVES (VÖ: 29.8.)
The Hives machten um die Jahrtausendwende mit ihrem mitreißend praktizierten Garagenrock und dank stets schweißtreibend ausgelebten Bühnenshows von sich reden. Dazu trugen die Fünfe maßgeschneiderte Anzüge – und wiesen als Verantwortlichen fürs Texten und Songkomponieren lange Zeit eine sechste Person aus. Dieses mutmaßlich fiktive Bandmitglied beerdigten The Hives dann mit ihrem sechsten Album, „The Death of Randy Fitzsimmons“ endgültig – ohne dass dieser Abgang der Power der Truppe auch nur im Geringsten hätte schaden können. Laut Musiker-Kollege Joe Strummer sind die Fünfe allemal ganz allein dafür verantwortlich, den Rock´n´Roll in die Jetztzeit herüber gerettet zu haben. Das neue Album bekräftigt Strummers Spruch!


Rodney Crowell: AIRLINE HIGHWAY (VÖ: 29.8.)
Obwohl er sich mit den Wurzeln fest im Countrymilieu verankert fühlt, hat Rodney Crowell nie ausschließlich auf diese Musik-Variante setzen wollen. Seine Songs und Kompositionen vermengen uramerikanische Einflüsse mit Elementen aus Rock und Pop und Blues – was den Texaner bei hardcore-Traditionalisten immer mal wieder anecken ließ. Nachdem der Autodidakt lange Zeit vor allem als Songwriter für berühmte Kollegen wie Johnny Cash, Willie Nelson und Emmylou Harris bekannt war, glückte ihm der Erfolg als Solokünstler immerhin mit seinem Album „Diamonds and Dirt“, dessen fünf vorab ausgekoppelte Tracks sich alle zu Nummer-Eins-Hits in den US-Charts mauserten. Auf „Airline Highway“ schart Rodney Crowell jüngere Kollegen wie Luke Nelson, Ashley Mc Bryde oder die Larkin Poe-Schwestern Rebecca und Meghan Lowell um sich, um sozusagen den popkulturellen Staffelstab an diese nächste Generation weiterzureichen. Fazit: Mission geglückt!

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