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MoX Soundcheck KW3313.08.2025











Texte: Horst E. Wegener

John McLaughlin: LIVE AT MONTREUX 2022 (VÖ: 8.8.)
Wenn man John McLaughlin einordnen wollte, dann müssten jede Menge Superlative fallen. Der anno 1942 in Kirkdale in Yorkshire geborene Ausnahme-Gitarrist, der schon in den frühen 1960er-Jahren mit Bluesrock-Koryphäen wie Brian Auger, Georgie Fame, Ginger Baker oder Jack Bruce zusammenspielte, um sich ab ´67 dem Jazz zuzuwenden, wird von Top-Musikern wie dem Kollegen Jeff Beck als „der größte lebende Gitarrist“ gerühmt und von Jazz-Titan Miles Davis, bei dessen Jahrhundertalbum „Bitches Brew“ der Saiten-Virtuose mit von der Partie war, als „the one, the killer“ charakterisiert. Nachdem McLaughlin der Jazzrock-Fusion maßgeblich den Weg bereitet hatte und er mit seinem Mahavishnu Orchestra indische Klänge im Westen populär machen konnte, ersinnt der Brite mittlerweile mit Berühmtheiten wie Carlos Santana, den Rolling Stones, Paco de Lucia und anderen im Wechsel eine stets furiose Mischung aus Weltmusik, Jazz und Blues. Dem alljährlichen Festivaltrubel von Montreux, wo das Einreißen von musikalischen Genregrenzen ebenfalls seit dem Gründungsjahr ´67 propagiert worden war, fühlt sich McLaughlin seit 1971 eng verbunden – was uns jetzt eine Prachtbox mit Blu-ray- und CD-Live-Aufnahmen seines ´22er Konzerts im Casino am Genfer See beschert. Dazu schart der Brückenbauer neben Sängerin und Pianistin Jany McPherson seine aktuelle Begleitband, The 4th Dimension, hinter sich. Brilliert mit einem Sternstunden-Auftritt, der einem das Herz wärmt.


Tom Gaebel: KLEINER JUNGE, GROßE REISE (VÖ: 15.8.)
Dem Umstand, 50 zu werden, hat Deutschlands Vorzeige-Crooner Tom Gaebel zum Anlass genommen, ein autobiografisch angelegtes Album zu produzieren. Die Rückschau gerät dem mehrfach mit dem Jazz-Award ausgezeichneten Sänger und Multiinstrumentalisten zur zutiefst persönlichen, auf Deutsch gesungenen musikalischen Erinnerungsreise, die für den 1975 in Gelsenkirchen geborenen Entertainer bedeutende Momente seiner Karriere vertieft und knackige Bigband-Sounds mit Easy-Listening-Coolness und Swing verbindet. „Klar, der Erfolg kam über Jazz und Swing“, blickt der Frank Sinatra-Fan zurück, „aber ich bin genauso Pop, Rock und ganz sicher Soul“. Und der Gute-Laune-Jazzer ergänzt: „Ich möchte mich mit jedem neuen Album auch selbst überraschen“. Ein Anspruch, dem Gaebel mal wieder gerecht geworden ist.


Rovar: SMOKE (VÖ: 15.8.)
Die Musikerszene in der Dülmener Gegend kennt sich, so dass für Gitarrist Luca Mewes und Bassist Paul Ulrich auf der Suche nach einem passenden Drummer Bennet Fuchs kein ganz Unbekannter war. Mit ihm an Bord schwenkten die Drei dann vom zunächst praktizierten Bluesrock ab 2018 verstärkt um, liebäugelten sie mit einem Stilmix, den man eher dem Alternative Rock zuschlagen würde. Die alsbald aufkommende Corona-Zeit nutzten Rovar, um ihren Sound experimentell, aber ohne Schnickschnack zu verstetigen. Auf „Smoke“, wie das zweite, jetzt anstehende Album heißt, spannt das Trio den Bogen von harten, groovenden Riffs hin zu atmosphärischen, fast tranceartig superentspannten Momenten.  


Cass McCombs: INTERIOR LIVE OAK (VÖ: 15.8.)
Den Ritterschlag bekam der im November 1977 im kalifornischen Städtchen Concord geborene Folk- und Alternativerock-Musiker Cass McCombs von der britischen Radiolegende John Peel verpasst, der die Songs des Multiinstrumentalisten „unaufdringlich brillant“ nannte. Seine folkigen Rocknummern reichert McCombs mit Einflüssen aus psychedelischer Musik, Country und Punk an, um daraus ein Fundament zu erstellen, das auch bei „Interior Live Oak“ wie eh und je die unverkennbar reibeisenrauhe Gesangsstimme des Singer-Songwriters unterfüttert. Dass er sich als Grabstein-Inschrift den Spruch „Home at Last“ wünschen würde, hatte McCombs während der Corona-bedingten Lockdown-Phase frustriert über fehlende Auftrittsmöglichkeiten bisweilen geätzt. Mittlerweile scheint er die ihm auf Erden verbleibende Zeit wieder kreativ nutzen zu wollen. Da capo!


Molly Tuttle: SO LONG LITTLE MISS SUNSHINE (VÖ: 15.8.)
Dass jemand in Kalifornien mit Bluegrass-Klängen aufwächst, könnte uns merkwürdig vorkommen – doch im Fall der 1993 im dortigen Küstenstädtchen Santa Clara auf die Welt gekommenen Tochter des Musiklehrers Frank Tuttle lässt es sich mit dessen Vorliebe zu dieser westcoast-untypischen Hillbilly-Musik und der eigenen Familienband erklären, mit der das musikalisch hochbegabte Töchterchen Molly schon zur Schulzeit aktiv auftrat. In späteren Jahren sicherte sich die Multiinstrumentalistin einen Studienplatz an der Berklee Music School in Boston, wurde 2017 als erste Frau überhaupt mit dem International Bluegrass Music Award ausgezeichnet. Auf ihrem Solo-Album „So long little Miss Sunshine“ präsentiert uns die Grammy-prämierte Ausnahme-Musikerin eine furiose Mischung aus Pop, Country, Rock und Flatpicking -die das Herz wärmt!

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