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„Der Report der Magd“ von Margaret Atwood21.10.2026



Interview und Foto: Thea Drexhage


Dies geht nur mit wenigen Frauen, die noch gebärfähig sind, die sogenannten Handmaids. Diese wurden gefangen genommen, um dann den Gouverneuren zugeteilt zu werden für welche sie schließlich als Reproduktionsapparat funk-tionieren sollen. Wir folgen der Protagonistin Ofred, es ist nicht ihr wahrer Name, aber sie wird so genannt, weil sie dem Gouverneur Fred zugeteilt wurde. Diese schließt sich im Laufe der Geschichte einer Untergrundwiderstandsorganisation an und mehr möchte ich an dieser Stelle noch gar nicht verraten. Ich finde spannend, dass es brandaktuell ist. Seit es 1985 erschienen ist eigentlich jeden Tag. Margaret Atwood hat darin bewusst nur Situationen geschildert, die es irgendwo auf der Welt schon gegeben hat. Das heißt, nichts ist komplett aus der Luft gegriffen. Die plötzliche Entmachtung der Frau gab es beispielsweise 1979 im Iran. Auch die Situation, in der Frauen zum Gebären ausgenutzt wurden, hat es gegeben im Rumänien der 60er Jahre.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Anna Thiel: Es liest sich, als wäre es erst gestern veröffentlicht worden. Es handelt sich um einen modernen Klassiker, der sehr gut geschrieben ist. Die geschilderten Missstände werden auf sehr einfache Weise dargestellt, weshalb der Roman zugänglich für eine breite Masse ist.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Anna Thiel: Eigentlich jedem. Ich finde, es sollte Schullektüre sein. Das Buch kann auch ein Teenager lesen und hätte keine Probleme damit, diesen Text nachvollziehen zu können. In den USA zählt es zu den zehn meist gebannten Büchern in Schulen und Schulbibliotheken, vor allem in den ganz roten Staaten. Ich finde, es sollte genau das Gegenteil passieren. Es sollte jedem Teenager und jeder heranwachsenden Person zugänglich gemacht werden. Das Buch ist auch nicht lang und das kann man schnell weglesen. Es lohnt sich auf jeden Fall.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Anna Thiel: Aufmerksam geworden bin ich erst durch die Serie. Ich habe eine Zeit lang viel Sachliteratur gelesen und ein wenig den Spaß am Lesen von Romanen verloren. Das kam erst kürzlich wieder zurück, dass ich Lust auf andere Geschichten und fremde Welten, sowie feministische Literatur hatte, die keine Sachliteratur ist. Ich habe das Buch in gedruckter Form gelesen.
MoX: Was wissen Sie über die Autorin?
Anna Thiel: Sie ist eine kanadische Autorin und ist eigentlich ihr Leben lang Aktivistin gewesen. Sie hat eine Zeit lang in Berlin gelebt, wo sie viel Inspiration auch für dieses Buch aus der Zeit des Eisernen Vorhangs mitgenommen hat. Sie hat generell an vielen Orten gelebt, an denen sie Inspiration für diesen Roman gefunden hat..

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