LzOLzO
OLDENBURG
Mittwoch

13

Mai

Foto:
Oldenburger Kultursommer

Hier geht es zu den aktuellen Ausgaben

Suche:

direkte Antwort ohne Umwege!

Kleinanzeigen

Buch-Tipps

MoX Soundcheck KW2013.05.2026











Texte: Horst E. Wegener


Girli: IT´S JUST MY OPINION (VÖ: 8.5.)
Girli heißt eigentlich Amelia Toomey, ist 1997 in England geboren – und wusste sehr früh, dass Musik ihr Ding werden würde. Den ersten Song schrieb die Großstadtgöre dann auch schon als Achtjährige über einen Jungen in ihrer Klasse, der ihr gefiel. Älter werdend verlagerten sich derlei Interessen zwar eher hin zum gleichen Geschlecht, um von der Nordlondonerin nach ihrem Besuch des East London Arts&Music College dann als Schwerpunktthema in vielen Songtexten Eingang zu finden. Wobei die sich seither girli nennende Künstlerin Themen wie Queerness, weibliche Selbstbestimmung und Bisexualität nicht nur offen anspricht, sondern zudem das Kunststück beherrscht, ihre expliziten Texte mit Synthpop-Beats und Punk-Attitüde zu explosivem Indie-Dancepop aufmotzen zu können. Verletzlich, persönlich – und bestechend unromantisch.


Twin Serpent: TRUE NORWEGIAN BLACKGRASS (VÖ: 8.5.)
Auf diesen furios-verrückten Musikmix muss man erst mal kommen: Und wer hätte schon gedacht, dass dieser Cocktail aus Punk, Country, Folk und Lo-Fi-BlackMetal-Ästhetik den Hörern in Nullkommanichts weit mehr als nurmehr gute Laune beschert. Was zunächst als reines Soloprojekt des Skandinaviers Timo Silvola im norwegischen Städtchen Trondheim begann, weitete sich dank interessierter Gleichgesinnter schnell zum gemeinsamen Hangeln durch die denkbar unterschiedlichsten Musik-Genres aus. Ihren lässig servierten Country-Punk motzen die Viere beispielsweise mit dreistimmigem Gesang auf und unterlegen ihn mit elektrisierendem Banjo-Geklampfe. Bevor man in irgendwelche Schubladen einsortiert werden könnte, haben sich Twin Serpent darauf geeinigt, den Musikstil True norwegian Blackgrass zu nennen. Noch Fragen?


Brother Wallace: ELECTRIC LOVE (VÖ: 8.5.)
Wie so viele Farbige in den USA begann Brother Wallace schon als kleines Kind im Kirchenchor zu singen. Dann kam das Klavierspielen hinzu – und mit 14 Jahren trug ihm die Gemeinde im ländlich-friedlichen West Point, Georgia die Leitung des hundertköpfigen Chors an. Nach einem erfolgreich absolvierten Psychologiestudium startete der ausgebildete Musikpädagoge als Lehrer durch, schrieb nebenbei eigene Songs. Für sein Debütalbum ließ sich Wallace vorab durch Vorbilder wie Sam Cooke, Little Richard oder Johnnie Taylor inspirieren. Gleichermaßen stilsicher wie stimmgewaltig wird da auf „Electric Love“ von Soul-Balladen zu energiegeladenen R´n´B-Hymnen umgeschaltet und mit Texten gepunktet, die mitunter einer Aufforderung an die Hörer gleichkommen, den inneren Frieden zu suchen, indem man sich selbst die Erlaubnis zum tiefen Durchatmen gibt. Entspannend und meditativ.


Brooklyn Funk Essentials: BLACK BUTTERFLY (VÖ: 15.5.)
Man muss schon ganz schön überzeugt von den eigenen Fähigkeiten sein, wenn einem beim Anhören alter Tapes von Maceo Parker oder Tower of Power der Gedanke kommt, dass man deren Klassiker überarbeiten oder gar verbessern könnte. Aber exakt so ist´s Produzent Lati Kronlund ergangen, als er sich zu Beginn der 1990er Jahre im Aufnahmestudio seines Kollegen Arthur Baker alte Tapes dieser Soul- und Jazz-Giganten vornahm. Gemeinsam mit weiteren Gleichgesinnten nahm sich Kronlund bald die unterschiedlichsten Musikstile vor, drehte man obendrein HipHop, Latin, Funk, Reggae, Dub, House, Ska und Disco durch den musikalischen Fleischwolf. Wie sehr das zehnköpfige Ensemble damit auf dem richtigen Weg war, zeigt sich auch darin, dass Größen wie die Ausnahme-Jazzer Dizzy Gillespie oder Maceo Parker höchstpersönlich für Gastauftritte beim Debütalbum von 1993 gewonnen werden konnten. Jahrzehnte später sind Brooklyn Funk Essentials noch immer aktiv, gelingt ihnen mit „Black Butterfly“ ein organisches Gesamtkunstwerk, das den Vergleich mit großen Alben früherer Dekaden nicht scheuen muss.


The Sideshows: THE SIDESHOWS (VÖ: 15.5.)
Sich auf The Sideshows und ihr gleichnamiges Debütalbum einzulassen, dürfte einem durchaus Lust auf weitere Songs von diesen Rock´n´Roll-Hochkarätern machen. Und so lange es erstaunlicherweise dauerte, bis die drei Überzeugungstäter zusammenfinden mochten, finally they did it! Rückblickend begann alles damit, dass Möchtegern-Songschreiber Rick Ragany zu Beginn der 2000er Jahre in New York in einer Bar jobbte, wo ihm Bassist Sami Yaffa begegnete und man sich schnell als musikalisch seelenverwandt schätzen lernte.  Ihre Wege kreuzten sich immer mal wieder – so auch mehr als zehn Jahre später in London. Da war Yaffa damit fast fertig, in seiner Finca auf Mallorca ein Aufnahmestudio einzubauen und lud Ragany ein, auf eine Testsession vorbeizuschauen. Der Eingeladene kam mit Schlagzeuger Simon Maxwell vorbei – und das Erfolgstrio war geboren. Im Ergebnis: Ein Cocktail aus ekstatischem Power-Pop, hymnischem Rock´n´Roll und einer Prise Punk, mit Herzblut und Coolness produziert; wow!

Sonderseiten
EXB Handwerk
Kostbar