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Buch-Tipps

Buch-Tipps30.04.2026









Texte: Joachim Mittelstaed


Hannes Ringlstetter:
„Ein Steinpilz für die Ewigkeit“
dtv, 12,- €
In diesem kleinen Buch beschreibt der 1970 in München geborene Autor und Künstler den Abschied von seinem alten Vater. Er macht das versöhnlich und anrührend. Dabei gelingt ihm der schwierige Spagat zwischen Nähe und Fremdsein hervorragend. Nachdenklich, berührend und unterhaltsam lässt er die Leser teilhaben an der Auseinandersetzung eines gemeinsamen Lebens. Und zeichnet dabei ein überaus menschliches Bild bei der Begleitung des Sterbeprozesses. Vielschichtig, manchmal zum Schmunzeln, in jedem Falle aber mit Erkenntnisgewinn für den Leser, ist dieses kleine Buch. Denn letzte Worte und letzter Wille, Sterben und Abschied gehören nun einmal dazu. Aber selten wird das Thema so ‚schön‘ aufgeschrieben wie hier. Man sollte es (vielleicht auch gemeinsam) lesen, bevor ein lieber Mensch gestorben ist.


Lotta Lubkoll:
„Immer den Nüstern nach“
Malik, 18,- €
Die junge Frau, Lotta (geboren 1993) und ihr Esel Jonny sind längst ein eingeschworenes Team. Schließlich haben sie schon gemeinsam viele Gegenden Europas bereist und erwandert. Diesmal geht es zu dritt, zusätzlich noch mit ihrem Partner Stefan, im umgebauten Van Richtung Bosnien und Montenegro. Von dort wollen sie auf alten Hirtenpfaden, einem spektakulären Fernwanderweg, Richtung Albanien wandern. Dafür brauchen sie nicht nur Spaß und viel Lebensfreude, sondern oft auch großes Improvisationstalent. Beim Lesen fühlt sich auch dieses Buch der Autorin an als würde man die Wanderung mit ihr zusammen unternehmen. Lotta Lubkoll redet dabei nichts schön, sondern beschreibt auch das Mühsame einer solchen Reise. Immer aber bringt sie ein erfrischendes Lebensgefühl und eine große Begeisterung für Neues in ihre Geschichten mit ein.


Arnd Rüskamp:
„Hart Backbord“
emons, 14,- €
In diesem politisch brisanten Küstenkrimi gerät die Demokratie in Seenot. Raues Küstenflair und einen spannenden Fall für die Hobbyermittlerinnen Marie Geisler und Frauke Frisch liefert der Autor hier ab. Dabei ist der Plot der Geschichte schnell erzählt: mitten auf der Flensburger Förde wird ein Ausflugsschiff von Mitgliedern einer rechten Regionalpartei gekapert. Unter den Geiseln ist auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin. Ihr wollen die Entführer eine Koalitionszusage abpressen. Arnd Rüskamp verbindet in diesem Krimi das klassische Krimigenre mit rechten Machtfantasien. Mit norddeutsch knapper Sprache entwickelt er dabei die Geschichte und wechselt immer wieder die Perspektiven. Dabei steigt die Spannung fast unbemerkt immer weiter. Spannung mit politischem Anspruch!


Carsten Henn:
„Sonnenaufgang Nr. 5“
Piper, 18,- €
Sein Roman „Der Buchspazierer“ stand gut zwei Jahre auf der Spiegel-Bestsellerliste und wurde mit Christoph Maria Herbst für das Kino verfilmt. Im vorliegenden Roman geht es um die exzentrische Filmdiva Stella Dor (72). Sie wohnt in einem alten Strandpavillon am Meer, umgeben von hunderten von Erinnerungen an ihre große Zeit, auf kleinen Zetteln festgehalten. Um ihre Biografie zu verfassen hat sie den jungen Jonas (19) als Ghostwriter engagiert. Das ungleiche Paar ahnt nicht, wie ihre Zusammenkunft an sicher geglaubten Lebenselementen rütteln wird. Eine wichtige Rolle spielt auch Nessa, eine junge Frau in Jonas‘ Alter. Alle drei denken, leiden und freuen sich im Buch an den Erlebnissen ihres Lebens, stellen vieles in Frage und verstecken auch so manches. Carsten Henn versteht es wie immer hervorragend, die Geschichte hochsensibel zu entwickeln. Seine Formulierungskunst lässt dabei zwischen Traurigkeit und großer Heiterkeit – manchmal beides gleichzeitig - keine Wünsche offen.

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