direkte Antwort ohne Umwege!
Kleinanzeigen
Buch-Tipps
„Single Mom Supper Club“ von Jacinta Nandi07.01.2026
Interview & Foto: Thea Drexhage
[font=Bembo]Eine Mutter lebt davon, dass sie eine Wohnung in London vermietet, die andere ist bei Only Fans. Dann ist eine Mutter dabei, die hat drei bis vier verschiedene Jobs und muss trotzdem über das Jobcenter aufstocken. Die Dialoge, die zwischen diesen Personen entstehen, sind dabei sehr unkonventionell und lustig. Sehr viel Witz entsteht durch die unterschiedliche Herkunft der Mütter. Eine der Figuren ist die schreckliche Antje, die immer so Sachen raushaut wie: Hier in Deutschland macht man das so. Hier in Deutschland liest man den Kindern abends immer eine ganz ganz langweilige Geschichte vor, damit sie besser vorbereitet sind auf die Schule. Ein gleichzeitiger Seitenhieb auf das Schulsystem als auch auf die Sachen, die man Kindern hier so vorsetzt. Die drei anderen Mütter sind Engländerinnen. Dieser Gruppe gegenüber steht eine andere Mütterclique, mit der es öfter eskaliert: Die Cocaine-Moms. Die sind jünger, hipper und viel durchgedrehter. Sie sind Mom-Fluencerinnen mit Instagram-Accounts mit vielen Follower*innen, wo sie ganz schräge Ansichten über das Leben teilen.[/font][font=Bembo] [/font]
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Henriette Dyckerhoff: Das Buch lebt von den Dialogen. Es ist sehr witzig und durch die Schreibweise besonders interessant. So etwas habe ich in dieser Form noch nicht gelesen. Außerdem gefällt mir das Gnadenlose – wie mit einem Vergrößerungsglas wird in diesen Dialogen auf Problematiken gezeigt. Man merkt, dass die Autorin aus der Spoken-Word-Ecke kommt, weil sie wahnsinnig gut Themen auf den Punkt bringen kann. Das fand ich sehr besonders, denn das Buch kommt mir nicht in einem intellektuellen Sinne durchkomponiert vor, sondern sehr spontan und pulsierend.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Henriette Dyckerhoff: Das Buch ist nicht nur für Eltern geeignet, sondern für ganz viele Menschen. Der Umgang mit Kindern ist gar nicht das Hauptthema, sondern dieses Aufeinanderprallen von verschiedenen Lebenswelten und Vorstellungen darüber, wie man überhaupt leben soll. Alle, die keine Angst davor haben, sich auf eine andere Art mit der Gesellschaft auseinanderzusetzen, sind mit diesem Buch gut beraten.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Henriette Dyckerhoff: In Papierform, das bevorzuge ich. Zudem möchte ich auch jedem ans Herz legen, Bücher im lokalen Handel und nicht online zu kaufen.
MoX: Was wissen Sie über die Autorin?
Henriette Dyckerhoff: Jacinta Nandi lebt in Deutschland, stammt aber aus London und ist bekannt geworden durch ihre Kolumne in der Süddeutschen Zeitung. Diese heißt „Familientrios“ und drei Personen geben darin Tipps zu Fragen rund um den Familienkosmos. Dabei ist Nandi die Entspannteste und verfolgt einen etwas anderen Ansatz.












