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Buch-Tipps
„Der Gemüseball“ von Katharina Pflugbeil05.11.2025
Interview & Foto: Thea Drexhage
Alle Figuren, die in dem Buch auftauchen sind Gemüsesorten. Wie es nunmal bei so einem Ball ist, oder eben auch in der Familie, wenn so ein großes Event ansteht, versucht sich jeder in Szene zu setzen und putzt sich heraus. Darauf fußt dieses moderne Märchen. Familie ist auf der einen Seite ein Bund, der Sicherheit und Halt gibt. Auf der anderen Seite gibt es in der Familie aber auch Rivalität. Jeder versucht sich möglichst herauszustellen. So ist es auch hier. König und Königin haben drei Kinder: Kronprinz Maiskolben ist eher von der unscheinbaren Sorte und möchte gar nicht im Rampenlicht stehen, aber die Königsfamilie sucht, wie es bei solchen Bällen übrig war, eine passende Partnerin. Der zweitgeborene, Prinz Zucchini, sieht sich viel mehr in der Führungsrolle. Er ist der Mann, der vorn steht, der zu glänzen weiß, mit seiner leuchtend gelben Blüte – und hält von seinem Bruder gar nichts. Dann gibt es noch eine dritte, das ist Prinzessin Zwiebel, die den Ball als großes Event benutzt. Sie möchte am liebsten mit ihrem zukünftigen Traummann tanzen, ist aber ganz peinlich berührt, als ihre Mutter einen Kandidaten vorschlägt, den sie aber überhaupt nicht leiden kann. Das ist zwar ein ehrbares und hart arbeitendes Gemüse des Hofstaats, aber der gefällt ihr partout nicht. Wie das so auf einem Ball ist, entwickelt sich schnell eine Eigendynamik.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Christian Kühn: Was die Autorin sehr clever und sehr klug macht, ist, dass sie uns einen Spiegel vorhält, wie wir denn so sind. Es ist eine schöne, witzige, aber auch ernste Geschichte über Beziehungen, Freundschaft und Liebe und darüber, wie sich die Liebe ihren eigenen Weg bahnt und findet. Es ist eine sehr auf die Zeit hin prägende Geschichte. Dazu ist sie bebildert, teilweise ganzseitig, und die Schrift ist relativ groß, was das Buch auch für Leseanfänger erleichtert. Das Buch animiert zudem auch, sich ein bisschen mit Gemüse auseinanderzusetzen, denn es kommt darin auch folgendes vor: Auf Grund der Eifersüchteleien sagt der Prinz Zucchini, dass der Kronprinz Maiskolben eigentlich gar kein richtiges Gemüse ist und es stellt sich die Frage: Wer darf dazugehören und wer gehört nicht dazu?
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Christian Kühn: Der Verlag hat es als Buch zum Vorlesen ab 4 Jahre eingeordnet. Man kann es auch in diesem Alter sicherlich gut vorlesen. Zum selbst lesen würde ich es aber schon für 8-9 Jahre empfehlen.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Christian Kühn: Bei der Kibum muss man das so sehen, dass es um die Heranführung an das Lesen geht. Die digitalen Medien haben auch ihre Vorzüge, aber die liegen woanders. Im ersten Zugang zum Lesen und Schreiben ist das Buch als haptisches Medium immer vorzuziehen. Das Buch ist ein Rückzugsort und ein lebenslanger Begleiter.












