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Buch-Tipps
„Der brennende Obstgarten" von Shena Mackay13.10.2025
Interview & Foto: Thea Drexhage
MoX: Wovon handelt das Buch?
,Der brennende Obstgarten" von Shena Mackay handelt von Kindheit, Freundschaft, Einsamkeit und den Schattenseiten in einer augenscheinlichen Idylle. Der Roman beginnt mit der schon älteren April, die alleine in einer etwas heruntergekommenen Wohnung an den Ort ihrer Kindheit zurückdenkt und aus einer Laune heraus beschließt, dorthin für einen Tag zurückzukehren. Als sie dann im englischen Dorf Stonebridge aus dem Zug aussteigt, prasseln sofort ihre Erinnerungen auf sie ein und so wird der Lesende mit der Protagonistin ins Jahr 1953 zurückversetzt. April ist nun acht Jahre alt. Die Eltern sind gerade dabei, nach Stonebridge zu ziehen und eine Art Café zu pachten. Direkt am ersten Tag im neuen Ort lernt April die gleichaltrige Ruby kennen und die beiden beschließen, nach einer kurzen Interaktion Freundinnen zu sein - beste Freundinnen. Die beiden treffen sich beinahe täglich und finden sogar ein eigenes kleines Refugium und zwar einen verlassenen Eisenbahnwaggon in einem Obstgarten. Nach und nach lernt April natürlich ebenfalls all die anderen Dorfbewohner:innen kennen, unter anderem auch Mr. Greenidge, der April ganz besonders gern hat. Im ersten Moment klingt alles sehr idyllisch, aber man merkt schnell, dass das täuscht. Ruby beispielsweise kommt immer wieder mit blauen Flecken und Schrammen in die Schule, was auf häusliche Gewalt oder Vernachlässigung hinweisen könnte. April wiederum steht hilflos dem übergriffigen Verhalten eines sehr beliebten Dorfbewohners gegenüber und weiß nicht, wie sie damit umgehen soll, da sie gelernt hat, dass sie Erwachsenen gegenüber immer höflich sein soll.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Marie Jantje Fleßner: Ich finde es bewundernswert, wie die Autorin es schafft, die Perspektive eines achtjährigen Mädchens so glaubwürdig wiederzugeben, ohne dass es sprachlich kindlich klingt. Auch sonst finde ich ihren Erzählstil sehr einfühlsam, aber gleichzeitig auch humorvoll. Der Roman hat mich persönlich sehr bewegt und ich musste noch viele Tage über die zwei kleinen Mädchen nachdenken.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Marie Jantje Fleßner: Den meisten, weil es, wie ich finde, einen auf viele unterschiedliche Art und Weisen ansprechen kann.Es wäre beispielsweise etwas für jemanden, der oder die gerne Literatur mit historischem englischen Charme liest oder emotionale Tiefe und eine einfühlsame Erzählweise schätzt. Wem ich es nicht unbedingt empfehlen würde, sind Menschen, die bei Themen wie Übergriffigkeit leicht getriggert werden.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Marie Jantje Fleßner: Ich habe es zuerst als digitales Leseexemplar gelesen, fand es dann aber so gut, dass ich mir das Buch auch noch einmal in physischer Form gekauft habe. Generell ist für mich ein gedrucktes Buch aber auch nach wie vor das liebste und präferierte Medium zum Lesen.
MoX: Was wissen Sie über die Autorin?
Marie Jantje Fleßner: Sie kommt aus Edinburgh und hat schon einige Romane veröffentlicht, von denen einige mit Preisen ausgezeichnet wurden.












