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Buch-Tipps
MoX Buchfavorit KW3527.08.2025
Interview & Foto: Thea Drexhage
MoX: Wovon handelt das Buch?
Zwantine Lübbers: Vordergründig erzählt Orwell die Geschichte einer Farm, die mehr schlecht als Recht von einem Trunkenbold geführt wird, der seine Tiere ausnutzt und ihnen zu wenig Nahrung gibt. Eines Abends vergisst er in seiner Trunkenheit, den Hühnerstall abzuschließen und löst damit eine Revolution unter den Tieren aus, die sich nun regelmäßig versammeln, Proklamationen aufstellen und in Freiheit leben wollen. Sie verjagen eines Tages den Farmer und übernehmen die Farm, die sie in „Farm der Tiere“ umbenennen. Die Schweine sind die Intelligentesten unter ihnen und übernehmen „den Schreibkram" und die Führung, dafür haben sie aber Sonderrechte, die sie mit immer mehr Begründungen ausbauen. Ein Teil der Tiere kann kaum lesen und schreiben und muss hart arbeiten, aber für die Revolution lohnt es sich ja. Es kommt zu Auseinandersetzungen, die Menschen sind ohnehin ihre Feinde (alles, was zwei Beine hat). Lustigerweise werden die Vögel mit zwei Beinen umgedeutet, die Flügel sind auch so etwas wie Beine. Gesteigert werden die Auseinandersetzungen beim Bau einer Windmühle, die Strom liefern soll, damit alle es besser haben. Der Weg dorthin ist im wahrsten Sinne des Wortes steinig. Es müssen mühsam Steine herangekarrt werden. Diese Arbeit leistet im Wesentlichen das gehorsame Pferd Boxer. Die Geschichte hat die russische Revolution als Hintergrund, Personen und Tiere stellen jeweils Herrscher verschiedener Länder dar. Ein zwielichtiger Farmer ist dann Hitler, mit dem zuerst Geschäfte gemacht werden, der aber dann die Farm überfallt (Unternehmen Barbarossa und die Schlacht von Stalingrad) und dabei geschlagen werden kann. Der Keiler Napoleon ist Stalin in dieser Erzählung, der zweite wichtige Keiler ist Schneeball, der Trotzki darstellt. Die Pferde stellen die sozialen Klassen dar.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Zwantine Lübbers: Das Buch las ich vor ca. 30 Jahren das erste Mal, ohne Vorkenntnisse und nahm aus der Geschichte mit, dass sich nichts ändert, wenn einige wenige die anderen unterdrücken und für sich den Nutzen daraus ziehen. Bei dieser Ausgabe fand ich die Illustrationen von Philipp Waechter hervorragend, es macht eine große Freude, in dieser schön gestalteten Ausgabe zu blättern. Mich hat außerdem fasziniert, wie der Autor sich in die Tiere hineinfühlt, schließlich ist das Buch in Kriegszeiten geschrieben worden, wo es wenig Raum für Tierliebe gab. Das Strom außerordentlich wichtig war und eben Erwähnung findet lag daran, dass noch längst nicht alle Strom auf dem Lande hatten und die meiste Arbeit mittels Tieren verrichtet wurde. Auch das erzählt ein Stück Industriegeschichte in den Anfängen.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Zwantine Lübbers: Den meisten ist das Buch bekannt, ich würde es ab 14 Jahren empfehlen. Durch die Illustration von Philipp Waechter allen bibliophil veranlagten Lesern
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Zwantine Lübbers: Gelesen habe ich das Buch in gedruckter Form.












