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Von Herzmuschel bis Fledermaus26.08.2026
Text und Foto: Thea Drexhage
[font=Bembo]Danach sind wir dann losgezogen und haben beispielsweise versucht, einen Uhu in einem alten Steinbruch zu beobachten. Daran erinnere ich mich noch“, erklärt sie. Heute besteht ein großer Teil ihres Lebens daraus, genau diese Faszination auch an andere Menschen zu vermitteln. Für ein Geografie- und Politikstudium zog sie aus NRW nach Oldenburg und suchte vor Ort nach Möglichkeiten, sich im Naturschutz zu engagieren. So lebte sie drei Jahre auf Juist und arbeitete im Nationalparkhaus, eine Zeit, in der sie das Wattenmeer sehr gut kennengelernt hat. Irgendwann zog es die heute 54-Jährige zurück auf’s Festland, wo sie sich selbstständig machte in der Naturpädagogik und ihr Engagement beim NABU begann. „Der Kontakt bestand schon länger. Mit der Idee Naturveranstaltungen anzubieten habe ich dann offene Türen eingerannt, weil sie sowieso gerade dabei waren, mehr Umweltbildung zu gestalten“, erzählt sie. Neben ihrer selbstständigen Tätigkeit engagiert sie sich zudem ehrenamtlich bei der NABU-Stiftung, die darum bemüht ist, Flächen zu erwerben und im Sinne des Naturschutzes zu betreuen. Bei diversen Führungen und Touren bringt Silke Kreusel nun anderen Naturbegeisterten spannende Lebensräume wie das Wattenmeer nahe: „Das ist ein absolut spannendes Ökosystem mit einer ganz faszinierenden Tierwelt. Alles sitzt voll mit Muscheln, Krebsen, Würmern und Schnecken. Diese Tiere existieren in einem Lebensraum, der sich ständig verändert. Mal ist Wasser da, mal ist kein Wasser da. Jedes Tier muss sehen, wie es damit klarkommt, wie es atmet zum Beispiel“, so Kreusel. Diese Begeisterung an andere Menschen weiterzugeben, fällt ihr leicht, schließlich macht sie das auch schon seit 24 Jahren. Ein langer Zeitraum, in dem sie viele Veränderungen im Wattenmeer beobachten konnte: „Was mich am meisten besorgt ist der Klimawandel. So hat sich die Pazifische Auster, die es hier früher gar nicht gab, mittlerweile an jeder Spundwand im Hafen niedergelassen. Was diesen Sommer auch zu beobachten ist, dass beispielsweise vor Spiekeroog im Watt sehr viele abgestorbene Herzmuscheln zu sehen sind.“ Das Sterben von Bestand und das Ansiedeln neuer Arten sind direkte Auswirkungen klimatischer Veränderungen, die viele Menschen nur mitbekommen, wenn sie sich aktiv mit der Materie befassen. Deshalb sind solche Touren so wichtig, die auch Menschen, die in ihrem Alltag nicht so eng mit der Natur verbunden sind, für ihre direkte Umgebung zu sensibilisieren. Aber gerade durch engagierte Naturschützer*innen gibt es auch positive Entwicklungen, die man sich vor Augen halten sollte. So hat sich in den letzten Jahren wieder ein besonderer Greifvogel im Oldenburger Raum ansiedeln können: der imposante Seeadler, welcher zuvor fast gänzlich aus der Landschaft vertrieben wurde. Eine weitere Tour, die Silke Kreusel anbietet, widmet sich kleinen, plüschigen nachtaktiven Tierchen, die längst nicht so auffällig sind, wie ein großer Adler:Fledermäuse. Diese können in Oldenburg besonders gut im Schlossgarten beobachtet werden. Dort lassen sich ab der Dämmerung bis zu sieben Arten finden. Im benachbarten Eversten Holz betreut der NABU zudem Fleder mauskästen, wo sich noch zwei weitere Arten feststellen ließen. Ein spannendes Tier, das durch Vampirgeschichten und Co. nicht den allerbesten Ruf genießt. „Leider gibt es viele Fotos, wo die Fledermaus mit weit aufgerissenem Maul und spitzen Zähnen durch die Nacht fliegt, das sieht natürlich nicht ganz so sympathisch aus, aber es ist wirklich eine ganz spannende Lebensform. Sie sind einfach anders. Sie sind nachtaktiv, hängen kopfüber, jagen mit Ultraschall…“, schwärmt sie. Die Natur aktiv kennenlernen, kann auf jeden Fall dabei helfen, solche Vorurteile abzubauen. Vielleicht hilft’s ja auch bei Spinnen...[/font][font=Bembo] [/font]












