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„Eine Sprache, die ohne Worte funktioniert“15.04.2026



Text und Foto: Thea Drexhage


[font=Bembo]Ein Musikstudium auf Lehramt war nach der Schule dementsprechend naheliegend und Sarina Lal zog aus dem Sauerland nach Oldenburg. „Das war natürlich eine sichere Entscheidung und ich fand das Studium und die Praktika auch gut, aber nebenher habe ich schon freiberuflich an einer Gemeindemusikschule unterrichtet“, erzählt sie. Als schließlich ihre eigene Kirchengemeinde in Oldenburg eine Musikschule gründete, war Sarina Lal direkt vorn mit dabei und übernahm die Leitung: „Und dann habe ich mir gesagt: OK, Studium ist jetzt vorbei. Ich gebe mir drei Jahre, um mir das hier und die Freiberuflichkeit aufzubauen. Ins Lehramt kann ich dann noch immer gehen.“ Ein Plan, der funktioniert hat. Sie ergänzte ihre Arbeit um eine kirchen-musikalische Popausbildung bis zum B-Bereich, die mit einem Bachelor zu vergleichen ist. In dieser Zeit, um 2021, wurde auch die Popkantorinnenstelle ausgeschrieben und eins führte zum anderen. Popmusik und Kirche sind dabei gar nicht so konträr, wie es auf den ersten Blick scheint. So können neben neu geschriebenen Songs beispielsweise alte Choräle in die Gegenwart geholt werden. Dabei wird darauf geachtet, welche Botschaften sich lohnen, auch heute noch verbreitet zu werden und welche Ansichten überarbeitet werden müssen. Aber auch gängige Popmusik lässt sich in den kirchlichen Kontext einbinden, so wird beispielsweise am 24.4. um 18 und 20 Uhr ein Coldplay-Gottesdienst in der Ev. Kirche Ofen stattfinden. „Diese Songs sind so reichhaltig und haben auch etwas Spirituelles dabei. Die passen im Grunde super in einen Gottesdienst, man muss nur schauen, wie man sie gut einbettet. Und es ist besonders schön, wenn die Leute das Lied schon kennen und vielleicht eine eigene Verbindung dazu haben“, so Lal. Diese neuartigen Formate brauchen Menschen, die sich ihrer annehmen, denn es geht dabei längst nicht nur um die Musik, sondern darum, in aufgeladenen Zeiten wie diesen offene Begegnungsräume zu schaffen.[/font][font=Bembo] [/font]
„Es ist schön, wenn die Menschen dann etwas mitnehmen können, ob man das nun „Segen“ oder einfach „Freude“ oder eine „gute Zeit“ nennt. Musik ist eine Sprache, die auch ohne Worte funktioniert und die uns verbindet“, erzählt die 40-Jährige. Popgottesdienste sind nur eine der Aufgaben von Sarina Lal. Sie gibt zusätzlich Seminare und Workshops für Menschen aus Chören, die vielleicht eine klassischere Prägung haben und Neues dazu lernen möchten. „Aktuell haben meine Kollegin und ich ein intensives Bandcamp beendet, bei welchem jungen Menschen gecoacht werden. Dieses endet dann immer in einem großen Konzert – dabei reicht die Musik von den Beatles und Rihanna bis zu System Of A Down. Dort habe ich auch einen Chor gleitet“, erzählt sie. Die Herausforderung in ihrer Arbeit lag vor allem in der Anfangszeit darin, die Menschen im digitalen Zeitalter zu erreichen und auf die neuen Angebote aufmerksam zu machen. Heute gehört dies zum Arbeitsalltag und lässt sich erfolgreich bewältigen. Eine neue Herausforderung ist dafür, dass beispielsweise die Chorprojekte so gut angenommen werden, dass vorhandene Räumlichkeiten nicht mehr genügen. Der Aufwand wächst und bestehenden Infrastrukturen müssen überdacht werden. Hinzu kommt auch ihre Freiberuflichkeit. Sicherlich gäbe es dort in größeren Städten andere Möglichkeiten, aber Sarina Lal fühlt sich sehr wohl in Oldenburg. Ihre Familie stammt ursprünglich aus Ammerland, sodass auch schon in ihrer Studienzeit eine Verbindung in die Region bestand: „Ich liebe Oldenburg. Die Stadt hat genau die richtige Größe und ein breites Kulturangebot für alle. Was ich besonders mag, ist, dass man sich immer wieder begegnet.“ Aber auch ein Urlaub außerhalb der Stadt muss hin und wieder sein, denn gerade, wenn man sich in der Stadt immer wieder begegnet, ist es nicht ganz so einfach, mal von der Arbeit abzuschalten.

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