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Etwas Bleibendes schaffen10.09.2025
Text und Foto: Thea Drexhage
„Ich bin dann ein paar Jahre in Hamburg gefahren, aber das hat mir irgendwann nicht mehr gefallen. Ich wollte gern mehr machen und nicht nur fahren.“, erzählt sie. Über Google stieß sie schließlich auf den Motorradclub Dykes On Bikes aus San Francisco, trommelte ein paar Freundinnen zusammen und setzte es sich zum Ziel, auch in Deutschland ein Chapter zu gründen. Dafür gibt es einige Anforderungen. Präsent sein auf Christopher Street Day Paraden, Gemeinnütziges tun, sich regelmäßig treffen und Jahresberichte nach San Francisco schikken unter anderem. All das gelang und 2021 wurde das erste deutsche Chapter hier in der Region gegründet. „Wir haben dann auch eine Urkunde und unsere Bakkpatches aus San Francisco bekommen.“, freut sich Dori G. Diese tragen sie nun auf dem Rücken ihrer schwarzen Kutten und sind so überall bestens erkennbar. Als schwarzer Fleck im bunten CSD-Trubel fällt man auf jeden Fall auf. „Oft begegnet man uns erstmal mit Respekt, aber dann lernen uns die Leute sehr schnell lieben!“, so Dori G. Das ist übrigens ihr Straßenname, der ihre Aktivitäten bei den Dykes On Bikes vom Privat- und Berufsleben trennt, auch, wenn sich ihre Aktivität im Club oft schon wie ein zweiter Vollzeitjob anfühlen kann. Denn so sehr sie ihre Harley liebt, geht es bei den Dykes On Bikes um viel mehr als nur das Fahren. Der Community etwas zurückgeben - und damit ist nicht ausschließlich die LGBTIQ+ Community gemeint. Vor zwei Jahren konnte die Gruppe beispielsweise 2000 Euro und ein Schlagzeug an das Oldenburger Mädchenhaus spenden. Gesammelt haben sie das Geld auf der jährlichen Fundraising Gala, die auch in diesem Jahr wieder am 2. Oktober, dieses Mal mit Musik und Tombola im Amadeus stattfinden wird. Dori und ihre Gruppe sind gut vernetzt im Stadtgeschehen und erfahren dadurch, was gerade gebraucht oder sich gewünscht wird. Ein queerer Denkort zum Beispiel. „Der erste Gedanke war ein Denkmal, aber das fanden wir nicht so gut. Nun stehe ich in Kontakt mit dem Gesundheitsamt und habe einen Schattenort vorgeschlagen. Diese Idee kam gut an.“, erklärt sie. Darunter stellt sie sich eine Bank vor, über welcher beispielsweise ein Regenbogen Schatten spendet – irgendwo im öffentlichen Raum:, denn davon hätten dann alle etwas. „Sobald wir ein bisschen Geld zur Verfügung haben, möchten wir einen Künstler aus der Community finden, der handwerklich begabt ist und Lust hätte, dieses Projekt mit uns umzusetzen und uns vielleicht auch ein wenig entgegenkommt.“ Einfach bei der Stadt nach Geld zu fragen ist nicht Doris Art, daher heißt es für die Biker*innen nun Klinken zu putzen und Spenden sammeln. Neben der normalen Arbeit und dem Alltag kann dies auch für Dori G. ziemlich herausfordernd sein. Was sie antreibt, sind neben der Gemeinschaft vor allem die positiven Rückmeldungen. Einer ihrer großen Träume ist es, irgendwann ein großes, queeres Fest in der Weser Ems Halle zu feiern. „Danach gehe ich in Rente und jemand anderes kann die Leitung übernehmen“, lacht sie. Bis dahin würde sie sich aber auch im Verein mehr neue Mitglieder wünschen, die nicht vor klaren Regeln wie dem Alkoholverbot während Veranstaltungen und der Teilnahmepflicht zurückschrecken. Zusätzlich wäre da noch die Idee für eine regelmäßige Veranstaltung in Oldenburg, ähnlich wie das L-Beach Festival - einen Ort an dem Frauen zusammenkommen und feiern können. Es sind viele Ideen.












