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Menschen
Miteinander verbinden09.07.2025
Text & Foto: Thea Drexhage
Seit Oktober ´24 bringt sie, neben ihrer Selbstständigkeit im Bereich der restorative Justice/Gewaltprävention im Gefängnis, ihre Fähigkeiten auch im Kinderschutzbund ein und hilft dort vor allem Familien, die unter der Trennung der Eltern leiden. Die Nachfrage ist groß, doch die Mittel des Kinderschutzbundes, welcher sich aus Bußgeldern, Spenden und einem Zuschuss der Stadt finanziert, sind begrenzt. Daniela Hirt versucht das bestmögliche aus ihrer 10-Stunden-Stelle herauszuholen und hat einige Pläne für die Zukunft. „Ich plane eine Gruppe für getrennt lebende Mütter und Väter, damit diese besser in der Lage sind, ihre Kinder wieder in den Blick zu nehmen. Wenn Menschen sich trennen, sind sie meist in einer Ausnahmesituation und es wird dabei immer verlangt, sich auf die Elternebene zu konzentrieren, was letztendlich eine Zeit lang gar nicht geht. In der Gruppe können sich Eltern dann austauschen und unterstützen. Auch eine Anwältin wird punktuell dabei sein.“, so Hirt. Auch für Alleinerziehende möchte sie ein Angebot schaffen. Das übergeordnete Ziel dabei ist immer, eine bestmögliche Grundlage für die Kinder zu schaffen, welche in den letzten Jahren auch ohne elterliche Einflüsse vor immer größere Herausforderungen gestellt werden. Erst war es die Pandemie, nun die rasante Entwicklung von Social Media mit großem Suchtpotenzial, was zu Isolierung und Angst führen kann. „Auch damit können Eltern überfordert sein. Neben den knappen Ressourcen gehören diese Entwicklungen zu den größten Herausforderungen in meinem Beruf.“, erklärt sie. Obwohl es eine Selbsthilfegruppe für Eltern und Kinder mit problematischem Medienkonsum in Oldenburg gibt, die noch nicht ausgelastet ist, häufen sich bei Daniela Hirt Anfragen dieser Art. Eine Vernetzung zu anderen Trägern, Selbsthilfe, Therapeuten, dem Jugendamt oder der Stadt gehört dabei auch zu ihren Aufgaben, um ein themenumfassendes Hilfsangebot schaffen zu können. Gerade in Donnerschwee sei eine gute Vernetzung wichtig, denn durch eine fehlende Gemeinwesenarbeit in diesem Viertel und einigen sozialen Brennpunkten ist der Bedarf für Unterstützungsangebote relativ hoch. Dass Daniela Hirts berufliche Laufbahn im sozialen Sektor stattfinden würde, war so erst gar nicht geplant. Als sie mit 18 mit ihrem ersten Partner von Bremen Nord nach Oldenburg zog, hielt sie sich mit kleinen Jobs über Wasser, bis ihr bei der Berufsberatung ans Herz gelegt wurde, Sozialpädagogin zu werden. So beendete sie ihr Abitur und begann das Studium. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte, denn Daniela Hirt ist mit ganzem Herzen bei der Sache und greift auch abseits der Arbeit ein, sollten ihr Ungerechtigkeiten gerade gegenüber Kindern begegnen. Sie lässt sich durch die Schicksalsschläge und Problemlagen der Menschen auch über ihre Arbeitszeit hinaus manchmal berühren und findet das menschlich. Zwar werden in Studium und Weiterbildung zahlreiche Methoden mit auf den Weg gegeben, um sich im Kopf vom erlebten zu lösen, aber das genügt nicht immer. „Ich bin auch Yogalehrerin und Achtsamkeits-trainerin. Viele Strategien, die ich da vermittle, wende ich auch auf mich an. Das hat sich mit der Zeit entwickelt, als ich gemerkt habe, dass das, was ich im Studium oder durch Kolleginnen gelernt habe, nicht mehr ausreichend war.“, ergänzt die 55-Jährige. Dass sie sich besonders Kindern widmet, hat viele Gründe. Der Gedanke an Chancengleichheit und die gesellschaftliche Zukunft ist der eine und der Punkt, dass Kinder im Gesamtgesellschaftlichen oft vernachlässigt werden ein anderer. „Kinder sind die wehrlosesten und schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Gleichzeitig sind Kinderrechte noch immer nicht gesetzlich verankert, dabei sind Kinder unsere Zukunft.“ Also gilt es weiterzumachen!












