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Für Iron Maiden die Schule geschwänzt25.06.2025



Text und Foto: Thea Drexhage

1978, mit gerade 14 Jahren, fing er bei Govi in der Langen Straße als Aushilfe an und mit 16 stand er schließlich jeden Tag hinterm Tresen. Im gleichen Jahr veröffentlichten Judas Priest „Killing Machine“ eine Platte, die Waldes bis heute anhaltende Liebe zum 60er Jahre Metal entfachte. „Als dann Iron Maiden ihr erstes Album veröffentlichten, habe ich es nicht mal mehr zur Schule geschafft. Ich habe es um 10 Uhr gekauft und musste es sofort hören.“, blickt er zurück. Aus diesen ersten Platten wurde über die Jahre eine beachtliche eigene Sammlung von mehr als 14.000 Tonträgern. „Heute ist die Sammlung aber nicht mehr so groß. 4000-5000 sind es vielleicht noch.“, so Walde. Mit dem Aufkommen der CD ließ das Interesse an Vinyl eine ganze Weile nach. Klar gab es immer noch die Sammler, aber aus dem Alltag verschwanden die großen Scheiben fast komplett. Mit der CD kam dann auch die Raubkopie und die Verkaufszahlen sanken rapide. „Dann muss man sich immer etwas einfallen lassen.“, erklärt der Ladenbesitzer. So gab es im MTS auch immer andere szenespezifische Dinge – Doc Martens, knallige Haarfärbemittel, Frauenmode, Graffitizubehör, Tätowierer und und und. 2002 kam die große Carrerabahn hinzu und später InStore Konzerte. Für diese bietet die neue Fläche in der Ritterstraße deutlich mehr Platz. Bands wie Anvil, Waltari oder Pentagram konnte Frank Walde für Auftritte in seinem Plattenladen gewinnen. Letztere mussten allerdings ins Amadeus ausweichen, da der Konzertbereich wegen behördlicher Anordnungen umgebaut und angepasst werden muss. Glücklicherweise konnten alle geplanten Konzerte auf andere Spielstätten umgelegt werden. Im September hofft der Musikenthusiast die Bands wieder bei sich begrüßen zu dürfen. Solche Szenegrößen für Oldenburg zu begeistern sei dabei gar nicht so schwer: „Ich habe 2-3 Shows auf Youtube eingestellt und seitdem bekommen wir sehr viele Anfragen.“, erklärt er. Wenn Frank Walde nicht gerade Zeit mit Frau und Tochter verbringt, ist auch die Freizeitgestaltung von der Musik geprägt, denn selbstverständlich gibt es auch weiter weg spannende Konzerte und Festivals. Zudem gilt es weiterhin, neue Ideen für den Laden zu entwickeln, denn obwohl die Schallplatte in den letzten fünf Jahren enorm an Popularität zugenommen hat, hat es der Einzelhandel weiterhin schwer:„Als Metallica das schwarze Album veröffentlicht haben, gingen allein am ersten Tag 200 Platten davon über den Tresen. Bei The Wall von Pink Floyd waren es 180. Heute sind es vielleicht 1-2 bei ähnlichen Neuveröffentlichungen.“ Gründe dafür sind vielfältig. Das Streaming ist einer, und die Art, wie Platten heute produziert und vertrieben werden eine andere. Pro Veröffentlichung gibt es zig Versionen, Schwarz, bunt, als Sammlerbox etc. und gerade die, die die Sammler dann haben möchten, gibt es vielleicht nicht im Handel, sondern nur beim Label oder den Künstlern direkt. Und auch die Sammler für die Klassiker werden weniger, die meisten hätten vermutlich schon alles. Gebrauchte Sammlungen finden beinahe täglich ihren Weg in den Laden und vieles,, egal wie speziell die Scheibe sein mag, findet auch irgendwann einen Abnehmer oder wird irgendwann verschenkt. „Es gibt für fast alles Sammler. Einige suchen Schlager, andere Singles, Maxi-Cd’s. Es gibt Leute die nur Platten von Künstlern sammeln, die beim Grand-Prix gesungen haben und einige, die auch nur zum Record Store Day kommen und diese Veröffentlichungen wollen.“, so Walde.

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