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Kultur in Jever19.03.2025



Text und Foto: Thea Drexhage

Seitdem die Halle in den frühen 2000er Jahren in ihren heutigen Zustand gebracht wurde, erstrecken sich vor der rustikalen Bühne mehrere Emporen mit Tischen und Stühlen – direkt vor der Bühne ausreichend Platz zum Tanzen. Vielen Jazzliebhabern im Nordwesten dürfte sie durch die vielen Jazzsonntage bekannt sein, doch 2020 gab es einen Wechsel im Vorstand, welcher nun von vier Leuten geführt wird: Margret Rudolph, Margit Budrich, Susanne Balduff und Swen Reichenbach und mit dieser vielfältigen Vereinsspitze kam auch ein neues und vielfältigeres Programm – also nach der Pandemie, die kurz auf die Wahl folgte. Der Verein kümmert sich um die künstlerischen Kurse, Ausstellungen, Theater und Musicals sowie ein buntes Musikprogramm. Hinzu kommt der Kinoverein Jever, der die Halle regelmäßig mit Filmen bespielt und der Jazzclub Wilhelmshaven-Friesland, der sich nun um die Jazzsparte kümmert. Vor allem das Musikteam findet großen Zulauf mit mehr als 15 Leuten, die Lust haben, etwas in Jever auf die Beine zu stellen, denn sind wir mal ehrlich: so richtig viel ist in der Stadt nicht los. Das Besondere im LOK: wirklich alle von den Planenden zu den Tresenkräften bis hin zu den Technikern und Mischern arbeiten ehrenamtlich. Ein essenzieller Punkt, damit das Programm vor Ort funktionieren kann. Denn mit durchschnittlich 15€ pro Veranstaltung und den niedrigen Mitgliedsbeiträgen können lediglich Gagen für die Künstler*innen und der Unterhalt der Halle gedeckt werden. In diesem Jahr gab es zum ersten Mal eine Förderung von der Initiative Live Music, die dem Verein nun erlaubt, den Künstler*innen etwas höhere Gagen zu zahlen.
Die Herausforderung solch eines Ladens in einer Kleinstadt ist es natürlich, sich einerseits einen Namen aufzubauen und andererseits auch genügend Gäste von außerhalb anzulocken – dafür braucht es neben lokalen Künstler*innen und experimentellen Sachen auch Publikumsmagnete. Der Nordwesten wird, was die Tourplanung vieler Bands angeht, meist vernachlässigt. Die Kurve geht von Hamburg über Bremen meist in Richtung Münster/Osnabrück. Selbst Oldenburg hat es da schon schwer. Doch Andreas Balz aus dem Musikteam blickt ganz optimistisch nach vorn: „Zum Glück erweckt der Name der Stadt bei vielen Assoziationen durch das Bier. Christian Kjellvander aus Schweden, hat uns der Booker verraten, ist ein großer Jever-Fan und wollte auch gern eine Brauereibesichtigung machen, als er hier war. Es kommen auch viele Künstler auf uns zu, wenn sie eine Norddeutschland-Tour machen wollen, ein paar Konzerte spielen und ein bisschen ans Meer fahren, das gibt es eben auch. Aber manchmal muss man auch ganz schöne Motivationsarbeit leisten, wenn man beispielsweise Bands aus der Schweiz hier haben möchte.“ Ein größerer Name, der im nächsten Jahr im LOK vorbeikommt, ist sicherlich Jan Plewka, dessen Booker tatsächlich auch auf den Laden zugekommen ist. „Bei solchen Namen denkt man ja schon, dass man die vielleicht gar nicht erst anfragen braucht. Das LOK ist für 140 Menschen zugelassen, das bedeutet, dass ja auch am Merch-Stand der Umsatz klein bleibt. Das ist für viele natürlich nicht lukrativ.“, ergänzt Balz. Doch Überraschungen gibt es immer wieder. Die Rezeption des LOK ist durchaus gut, wenn die Leute dann ersteinmal kommen und die beeindruckende Halle sehen. „Die Menschen zu motivieren ist die große Herausforderung. Gerade die Jugend scheint keine Lust mehr zu haben auf Live-Konzerte zu gehen.“, so Swen Reichenbach. Das staubige Jazzclubimage abzulegen, braucht halt auch etwas Zeit. Bei einem Punkkonzert von The Deltaz und GosseSieben fand auch Jürgen Bohlke, heute Teil des Musikteams, in den Club und war so überrascht von dem gebotenen Programm, dass er sich selbst engagieren wollte. Andreas Baumgart ist ebenfalls seit kurzem dabei und kann seine Liebe zu elektronischer Tanzmusik im LOK ausleben, so findet am 28.3. zum zweiten Mal das eLOK-Event mit drei DJs statt. Mittlerweile hat das kleine Kulturzentrum für wirklich viele verschiedene Interessengebiete etwas auf Lager – und im Sommer, da geht es sogar nach draußen und das umsonst. Mit Hilfe der Neustart Kultur Förderungen, die mit der Pandemie ausgegeben wurden, konnte auch dort aus einem alten Eisenbahnwagen eine kleine Bühne gebaut werden. Darauf freuen sich die Veranstaltenden auch in diesem Jahr besonders. Vieles ist im Juli und August geplant und lockt so hoffentlich auch den ein oder anderen neugierigen Touristen von der Nordsee in die Stadt - denn neben dem spannenden Programm zeichnet das LOK noch eine weitere Sache aus: die direkte Bahnanbindung. Da lohnt sich auch ein Ausflug aus Oldenburg!

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