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Mit Yoga zu einem neuen Blick13.05.2026
Text und Foto: Annika Müller
Die studierte Kunst- und Medienwissenschaftlerin entwickelte das Format 2018 für den Kunstverein Oldenburg, während sie ihre Ausbildung zur Yogalehrerin absolvierte. „Wir haben überlegt, was man machen könnte, um Menschen ins Museum zu bringen, die vielleicht kein Interesse an einer klassischen Führung haben oder für die der Besuch eines Museums beziehungsweise Kunstvereins eine Hürde darstellt“, erinnert sich Reis. Die zentrale Idee: Kunst aus einer neuen Perspektive erfahrbar machen. Anfangs wurde das Format durch Meditationen begleitet, später kamen gezielt Yogaübungen hinzu.
Dabei ist der freiberuflichen Yogalehrerin und Kunstvermittlerin besonders wichtig, dass Yoga im Museum nicht bloß ein Kurs an einem ungewöhnlichen Ort bleibt. Vielmehr soll stets eine Verbindung zwischen den Teilnehmenden und dem jeweiligen Kunstwerk entstehen. „Die Stunde ist immer so aufgebaut, dass sie einem bestimmten Thema folgt, das sich auch in den Werken widerspiegelt“, erklärt Reis.
So orientiert sich die Yogastunde rund um das Gemälde „Birkenwald im Frühling“ an Begriffen wie Stabilität, Erdung und weiteren Assoziationen zum Motiv des Baumes. Die eigentliche Kunstvermittlung setzt sich anschließend im gemeinsamen Gespräch fort: Nach der Yogastunde nehmen sich alle Zeit, das Werk intensiv zu betrachten und ihre Eindrücke zu reflektieren. Selten bietet sich im Museum die Gelegenheit, so lange und aufmerksam vor einem einzelnen Gemälde zu verweilen.
„Es ermöglicht einem, ein Gemälde so anzuschauen, als hätte man noch nie zuvor eines in einem Museum gesehen“, betont Reis, die seit mehr als zehn Jahren in der Kunstvermittlung tätig ist. „Und im besten Fall ist das keine Ein-Personen-Show, sondern ein Austausch zwischen den Teilnehmenden und mir, bei dem wir ganz unvoreingenommen über unsere Eindrücke sprechen.“ Nach ihrer Erfahrung fällt es vielen Menschen schwer, über Kunst zu sprechen, weil sie befürchten, ihre Gedanken seien nicht intellektuell oder ausgereift genug. Gerade der gemeinsame Austausch zeige jedoch das Gegenteil. „Ich möchte nicht, dass Menschen nur deshalb in eine Ausstellung oder Führung gehen, weil man etwas gesehen haben muss“, sagt Reis. „Sondern dass sie dort hingehen und wirklich etwas für sich mitnehmen.“
Aktuell findet das Format im Prinzenpalais etwa einmal pro Halbjahr statt. Bei entsprechender Nachfrage könne sie sich jedoch vorstellen, die Veranstaltung häufiger anzubieten. Die Buchung erfolgt über die Website des Landesmuseums. Der nächste Termin ist am 28. Juni um 16 Uhr.
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